Wegen der immer noch hohen Infektionszahlen in vielen europäischen Ländern will die EU nun das Tempo der Impfungen deutlich erhöhen. Dies geht jedoch nur, wenn auch genügend Impfstoff da ist. Deshalb will die EU nun darauf drängen, dass die Impfstoff-Hersteller ihre Lieferzusagen einhalten. Ansonsten droht ihnen ein Exportstopp von Impfstoff, der in den Mitgliedsländern der EU hergestellt wird.
Damit die Impfstoff-Hersteller ihre Lieferzusagen an die EU einhalten, will man nun die Zügel beim Export anziehen. Dies bedeutet, dass die Hersteller keine Impfstoffe mehr an andere Länder außerhalb der EU liefern können, wenn sie mit den Impfstoff-Lieferungen an die EU in Verzug sind. Diese Regelung soll vor allem das britisch-schwedische Pharmaunternehmen AstraZeneca betreffen. Am Mittwoch machte EU-Chefin Ursula von der Leyen auf einer Pressekonferenz klar, dass man nicht gewillt sei, bei diesem Thema beide Augen zuzudrücken.
"Wir müssen beim Export zwei Dinge sicherstellen: Gegenseitigkeit und Verhältnismäßigkeit. Ich möchte hier ganz klar sein: Wenn sich diese Situation nicht ändert, werden wir darüber nachdenken, die Exporte in impfstoffproduzierende Länder vom Grad ihrer eigenen Offenheit abhängig zu machen“, warnte von der Leyen und schob dann sogar noch hinterher: "Und wir werden auch darüber nachdenken, ob Exporte in Länder, die höhere Impfraten haben als wir, verhältnismäßig sind.“ Betroffen von dieser Maßnahme sei offenbar vor allem AstraZeneca. Denn das Unternehmen will im 2. Quartal 2021 scheinbar lediglich 70 Millionen Dosen liefern. "Das sind erheblich weniger als die 180 Millionen, die sie vertraglich zugesagt haben, zu liefern“, kritisiert von der Leyen.