Es wird immer bedrohlicher! Zwar haben wir genug freie Intensivbetten in Deutschland - aber, ob wir auch genug Pflegepersonal für Intensivfälle haben, dass wird langsam immer zweifelhafter! Deutschland droht, mitten in der Corona-Krise, ein Pflegenotstand!
Experten haben angesichts der Corona-Pandemie vor einem verschärften Personalmangel in der Pflege gewarnt. "Wir müssen die Flucht aus dem Pflegeberuf unbedingt stoppen", sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Montag. Unterdessen sahen sich mehrere Bundesländer gezwungen, wegen der Lieferkürzung des Astrazeneca-Impfstoffs Impftermine zu verschieben. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg weiter an und erreichte 79.
"Die Krise der deutschen Pflege hat sich durch die Corona-Pandemie jetzt noch einmal erheblich verschärft und wird sich weiter verschärfen", sagte Divi-Präsident Marx. In der beginnenden dritten Welle der Corona-Pandemie hielten die Pflegenden derzeit aus Pflichtgefühl noch durch. Die Frage sei aber, was danach komme. Einer aktuellen Umfrage zufolge trage sich derzeit fast jeder dritte Pflegende mit dem Gedanken, aus dem Beruf auszusteigen.
Auch das Divi-Präsidiumsmitglied Felix Walcher warnte vor einem Kollaps der Intensivversorgung. "Die Pandemie führt uns mehr als deutlich vor Augen, wie fragil auch das deutsche Gesundheitswesen ist." Es gebe kein Intensivbett ohne Pflege. Nötig seien jetzt rasche Verbesserungen im Arbeitsalltag des Pflegepersonals, forderte der Direktor der Unfallchirurgie der Uniklinik Magdeburg.
Den Zeitungen zufolge fordern die Divi und die Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste (DGF) in einem gemeinsamen Papier konkrete Verbesserungen zur Stärkung der Intensivpflege in Deutschland. Der Forderungskatalog umfasst demnach unter anderem einen am tatsächlichen Pflegebedarf orientierten Personalschlüssel, moderne Arbeitszeitmodelle und eine der Qualifikation angemessene Bezahlung.