In der Talkshow-Reihe "Reinhold Beckmann trifft..." (NDR, 22:45 Uhr) waren Montagnacht zwei ehemalige politische Rivalen bei Moderator Reinhold Beckmann (63) zu Gast: Altkanzler Gerhard Schröder (75) und der frühere bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (77).
Sie erzählten von ihrer beruflichen Vergangenheit und der heutigen Verbundenheit. Aus Respekt sei "eine gute Bekanntschaft, vielleicht sogar Freundschaft" geworden, so Schröder. Allzu oft treffen sich die beiden aber nicht, was auch an Schröders neuen Lebensumständen liegt. Denn: "Ich lebe ja nicht nur in Deutschland, sondern auch in Korea - meiner Frau wegen", erklärte er.
Wie hat sich das Leben von Gerhard Schröder verändert?Und besagte So-yeon Schröder-Kim (51) stieß etwas später auch in die Runde dazu. Die beiden hatten im Mai 2018 in Seoul, Südkorea, geheiratet. Seither wird gependelt. "Wir leben in zwei Welten, wenn man so will. Wir leben in Hannover und Berlin. Partiell wegen des Jobs meiner Frau natürlich auch in Seoul. Sie muss ja sehr viel häufiger in Seoul sein, als ich dort bin. Aber ich muss dann auch schon zwei, drei Monate dort mein Leben verbringen", gab Schröder preis.
Das sei auch eine "Herausforderung im Kulturellen" für ihn. "Ich muss versuchen, eine neue Sprache zu lernen. Das ist verdammt schwierig. Denn das ist eine sehr schwierige Sprache", sagte er über Koreanisch. Er müsse das nicht lernen, sagte sie, lobte dann aber auch sein großes Talent. Generell wusste die Dolmetscherin genau, wie sie ihren berühmten Mann im rechten Licht erstrahlen ließ. Sie antwortete selbstbewusst, diplomatisch und freundlich, aber immer auch mit Blick auf ihn und dessen - durchweg wohlwollende - Reaktion gerichtet.
Zu seinen sprachlichen Bemühungen erklärte er dann noch: "Ich werde nicht den Ehrgeiz entwickeln, es so zu sprechen, wie meine Frau Deutsch spricht. Das werde ich auf keinen Fall mehr schaffen. Aber ich muss im Alltag zurechtkommen. Und ich muss mich mit meiner Schwiegermutter, die weder Deutsch noch Englisch spricht, wenigstens so verständigen können, dass ich, wenn sie da ist, einen Kaffee kriege."
Auch dank dieser Aufgeschlossenheit der anderen Kultur gegenüber kann Schröder heute über Seoul sagen: "Inzwischen mag ich es, da zu sein." Am Anfang sei es aber schon fremd gewesen, gab er zu. Irgendwann habe er in "dieser riesigen Stadt - ich glaube, 15 Millionen leben im Großraum -" seine "kleinen Ecken" gefunden. "Eine Kneipe, wo Sie eine Suppe kriegen und ein Bier dazu und auf einmal fühlen Sie sich wohl. Es gibt das, was man in Berlin Kiez nennen würde, natürlich auch in Seoul", schwärmte er fast ein bisschen.
Was schätzen die beiden aneinander?