In der 2017 beginnenden #MeToo-Debatte mussten sich einige männliche Promis mit Vorwürfen von sexueller Nötigung bis hin zu sexuellem Missbrauch auseinandersetzen. Während einige von ihnen "nur" mit Imageschäden zu kämpfen haben, müssen sich andere vor Gericht verantworten. Ein Überblick über die prominente Liste an Beschuldigten.
Harvey WeinsteinMit ihm hat die Welle an Belästigungsvorwürfen und die #MeToo-Debatte begonnen: Im Oktober 2017 berichtete erstmals die "New York Times" über die Anschuldigungen gegen Hollywood-Produzent Harvey Weinstein (67). Der Bericht löste eine Welle von Vorwürfen gegen einen der mächtigsten Männer in der Filmbranche aus. Weinstein soll Frauen bedroht, eingeschüchtert, sexuell belästigt und sogar zum Sex gezwungen haben. Als seine Opfer outeten sich zahlreiche Schauspielerinnen wie Rose McGowan (45), Angelina Jolie (44), Ashley Judd (51) oder Gwyneth Paltrow (46).
Eigentlich sollte sich der Filmproduzent in einem Gerichtsverfahren ab dem 3. Juni dieses Jahres wegen sexueller Übergriffe verantworten, der Termin wurde im April aber auf den 9. September verschoben. Seitdem kämpft Weinstein in der Vorbereitung auf den Prozess mit einer entscheidenden Personalfrage: Bereits drei seiner Anwälte quittierten ihren Job. Sein neues Team besteht seit Ende Juni aus Donna Rotunno and Damon Cheronis. Weinstein soll laut dem US-Portal "PageSix" sogar darüber nachdenken, sich vor Gericht selbst zu verteidigen. Die beiden Anwälte sollen nur in der Zeugenuntersuchung auftreten.
Kevin SpaceySchauspieler Kevin Spacey (59, "House of Cards") sah sich 2017 mit Missbrauchsvorwürfen eines Kollegen konfrontiert: Anthony Rapp (47, "Star Trek: Discovery") hatte damals angegeben, dass Spacey ihn vor rund 30 Jahren belästigt habe, als er gerade einmal 14 Jahre alt war. Es folgten zusätzliche Anschuldigungen durch andere Personen, Netflix stoppte die Produktion zu Spaceys Serie "House of Cards" und der Schauspieler tauchte ab. An Weihnachten 2018 meldete er sich überraschend mit einem bizarren YouTube-Video zurück: Inklusive einer Weihnachtsmann-Schürze um den Bauch mimte er seine Paraderolle Frank Underwood.
Derzeit muss sich Spacey in einem Verfahren in Nantucket verantworten: William Little wirft ihm vor, Spacey habe ihn im Jahr 2016, als er 18 Jahre alt war, mit mehreren Drinks bestochen und ihn unsittlich berührt. Spacey bestreitet die Vorwürfe und die Anklage könnte fallen gelassen werden: Das Handy des Jungen galt als wichtigstes Beweismittel und ist derzeit unauffindbar. Der Anwalt des Schauspielers fordert die Einstellung des Verfahrens.
Brett RatnerIm November 2017 musste sich "X-Men: Der letzte Widerstand"-Regisseur Brett Ratner (50) erklären: In einem Bericht der "Los Angeles Times" beschuldigten ihn sechs Frauen der sexuellen Belästigung, darunter Schauspielerin Olivia Munn (39, "Predator - Upgrade"). Ratner stritt die Vorwürfe über seinen Anwalt Martin Singer vehement ab. Seinem Standpunkt bleibt er bis heute treu. Olivia Munn erklärte jüngst in einem Interview mit der "Women's Health", dass sie nicht bereue, sich gegen Ratner ausgesprochen zu haben. "Wenn du keine klare Linie ziehst und sagst: 'Ich werde nicht mit diesen Leuten arbeiten', wird es weitergehen."
James Toback