Schon bevor das entscheidende Treffen zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Bundesländer am Mittwoch ansteht, hat sich bereits einer der Teilnehmer kritisch zur aktuellen Beschlussvorlage geäussert und angekündigt diese nicht zu unterstützen. Vermutlich erwartet die Bundeskanzlerin also auch diesmal wieder heftiger Gegenwind auf der gemeinsamen Sitzung.
Angesichts der stark steigenden Infektionszahlen hat Bundeskanzlerin Angela Merkel schon im Vorfeld der Bund-Länder-Beratungen klargemacht, dass sie selbst auf die Verschärfung der aktuell gültigen Maßnahmen im Kampf gegen Corona drängen werde. Offensichtlich hat die Kanzlerin bereits einige Unterstützer auf ihrer Seite, die mit diesem Vorgehen einverstanden sind. Denn auch einige Ministerpräsidenten läuten bereits die Alarmglocken. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU) sagte am Dienstag: "Ob es zu einem Lockdown kommt, in welcher Form, ist aus heutiger Sicht offen.“ Sein nordrhein-westfälischer Amtskollege Armin Laschet (59, CDU) mahnte bereits vor dem Gipfel zur Einigkeit: "Es muss morgen eine starke Antwort der 16 Länder gemeinschaftlich erfolgen.“ Doch wie immer dürfte dies ein Wunschtraum bleiben. Zu unterschiedlich scheinen die Ansichten selbst unter den Top-Politikern in Deutschland.