Die Entwicklungen stellen auch das Bündnis zwischen den USA und Kanada innerhalb der NATO auf die Probe. Zwar arbeiten beide Länder seit dem Kalten Krieg eng im nordamerikanischen Luftverteidigungssystem NORAD zusammen, doch Kanada will nun deutlich mehr in seine eigene Sicherheit investieren. In den kommenden fünf Jahren sollen rund 81,8 Milliarden kanadische Dollar in die Verteidigung fließen – ein Großteil davon in die Arktis.
Neuausrichtung Richtung Europa
Gleichzeitig orientiert sich Kanada außen- und sicherheitspolitisch stärker Richtung Europa. Der Beitritt zur Initiative „ReArm Europe“ und der Ausbau neuer Handelsbeziehungen sollen die Abhängigkeit von den USA verringern. Trumps Strafzölle hatten kanadische Exporte zuletzt stark belastet und das Wirtschaftswachstum gebremst.
Abhängigkeit reduzieren als Lehre
Für viele in Kanada sind die US-Ansprüche auf Grönland ein deutliches Signal: Die enge wirtschaftliche und militärische Abhängigkeit vom bisherigen Hauptverbündeten muss reduziert werden. Ottawa setzt deshalb verstärkt auf neue Partnerschaften in Europa und im Indopazifik – als Schutz vor politischem und wirtschaftlichem Druck aus Washington.