Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU) hat in den letzten Tagen massenhaft Werbung für Ferien in Bayern gemacht. Angeblich hatte Söder sogar bereits über Urlaubsgutscheine oder eine Möglichkeit für steuerliche Absetzbarkeit nachgedacht. Allerdings scheint der bayrische Ministerpr{sident nur auf deutsche Gäste zu setzen, denn bei den Lockerungen der Reisewarnung schaltet Söder bisher auf stur. Deshalb steht der bayrische Ministerpräsident nun besonders in der Kritik der Reisebranche, die bereits in den Startlöchern steht, um den deutschen Reisegästen auch im Sommer Reisen ins europäische Ausland anbieten zu können.
Mit seiner offenen Werbung für Urlaub in Bayern hat sich der Ministerpräsident aber angreifbar gemacht. Denn nun argumentiert die Reisebranche, in Bayern gebe es viel mehr Infektionen mit dem Coronavirus als in einigen Ländern wie Griechenland, Kroatien und Österreich zusammen. Deshalb fordern die Veranstalter nun differenzierte Reisehinweise statt der aktuell noch bis zum 14. Juni gültigen, weltweiten Reisewarnung. Bundesaußenminister Heiko Maas wollte die weltweite Reisewarnung zum 15. Juni aufheben, doch in der CSU stösst dieses Vorgehen nicht auf viel Gegenliebe. Die nächste Verhandlungsrunde soll am 3. Juni stattfinden. Norbert Fiebig, der Präsident des Deutschen Reiseverbands (DRV) kritisiert offen die Haltung von Söder: "In Bayern gibt es mehr Covid-Infizierte als in allen drei Urlaubsländern zusammen. Nach der Söder-Logik müsste es also eine Reisewarnung für den Freistaat geben. Reisehinweise des Auswärtiges Amtes dürfen nicht zum Gegenstand von Parteigeplänkel werden.“