Ein weiterer Schachzug, der bei "Big Brother" nicht aufging: Promibesuch sollte die Otto Normalbürger aus ihrer Langeweile befördern. So zog etwa Anfang März Menowin Fröhlich (32), "DSDS"-Zweiter von 2010 und 2015 Kandidat bei "Promi Big Brother", in den TV-Container. Nach rund zwei Wochen verließ er aufgrund der Covid-19-Pandemie die Show freiwillig. "Ich finde das einfach übertrieben krass. Ich bin ein erfahrener, erwachsener Mann. Ich habe da draußen fünf Kinder und ich möchte einfach bei meiner Familie sein", sagte er damals. Der erhoffte Promieffekt blieb somit aus.
Quo vadis "Big Brother"?Die Macher scheinen trotzdem zufrieden zu sein. "Ich bin glücklich, dass wir diese Normalo-Staffel gemacht haben, auch wenn sie unter unseren Erwartungen geblieben ist", erklärte Rainer Laux von der Produktionsfirma Endemol Shine Germany gegenüber "DWDL.de". Und Sat.1-Chef Kaspar Pflüger sagte dem Medienmagazin: "Wir haben in der schwersten Zeit und unter den ungewöhnlichsten Bedingungen 'Big Brother' 100 Tage lang produziert. Es kamen Herausforderungen auf uns zu, mit denen wir niemals gerechnet haben und ich bin unfassbar stolz auf mein Team, wie sie diese gemeistert haben. Es war definitiv emotional die intensivste Staffel!"
Dennoch dürfte die Zukunft von "Big Brother" ungewiss sein. Deutlich mehr Medienecho generierte Sat.1 etwa mit der Reality-TV-Show "Promis unter Palmen", die von Ende März bis Ende April ausgestrahlt wurde. Auch wenn diese von Mobbingvorwürfen überschattet wurde. Eine zweite Staffel ist für 2021 bestätigt. Eine "Promi Big Brother"-Staffel ist für Sommer 2020 ebenfalls angekündigt. Das Zeitalter der Normalos bei "Big Brother" könnte also zu Ende sein. Möchtegern-Promis, die sich gekonnt vor der Kamera in Szene setzen und polarisieren, ziehen aktuell eben besser.