Naseband: Vor fünf Jahren hatte ich gerade das "Naseband's" in Düsseldorf eröffnet und habe meine ganze Energie in dieses neue Projekt gelegt. Da wäre kein Platz für "K11" gewesen. Heute hat sich vieles eingespielt und es ist schön, wieder so eine Abwechslung zu haben.
Was schätzen Sie am Genre "Scripted Reality" und was finden Sie schwierig?Naseband: Das ist eine schwierige Frage. Das Genre "Scripted Reality" wird von manchen Leuten belächelt. Gerade von den Leuten, die aus dem Bereich "Fiction" kommen. Für mich steht "Scripted Reality" aber für Authentizität. Und genau das ist unser Anspruch.
Sie waren selbst jahrelang im Polizeidienst. Haben Sie eine Rückkehr in den Beruf immer ausgeschlossen?Naseband: Nein, ich habe fast 21 Jahre immer gerne bei der Polizei gearbeitet. Es gab keinen Tag, an dem ich nicht gerne zum Dienst gegangen bin. Aber wenn man über zehn Jahre dort raus ist, ist es schwer, sich in den etwas starren "Beamtenapparat" wieder einzufügen. Nach zwei, drei Jahren hätte ich mich sicher wieder beworben, aber nicht nach zehn.
Sie haben das "Naseband's" angesprochen, das Sie nach Ihrer "K11"-Zeit eröffnet haben. Wie erleben Sie die Corona-Krise als Gastronom und ist Ihr Betrieb in Gefahr?Naseband: Ich betreibe seit mittlerweile fast sechs Jahren das "Naseband's" in der Düsseldorfer Altstadt. Es ist eine Mischung aus Kneipe, Bar und Club. Am Wochenende und zu besonderen Anlässen spielen nationale und internationale DJ's. Ich bin ganz verliebt in meinen Laden und könnte ihnen jetzt noch ganz viel vorschwärmen. Das Coronavirus trifft die Gastronomie sehr hart. Gerade wenn man sein Geschäft in einer Lage wie der Düsseldorfer Altstadt hat. Dort sind die Kosten besonders hoch und es muss einfach voll werden, sonst passt die ganze Kalkulation nicht mehr. Wir haben mittlerweile seit sieben Wochen geschlossen. Es ist einfache Mathematik auszurechnen, wie lange man das durchhalten kann.
Auch bei "K11" wurde eine Drehpause eingelegt. Was bedeutet das für die Serie?Naseband: Das ist natürlich sehr schade. Wir haben gerade richtig Lust, viele neue Folgen zu drehen und werden nun durch Corona ausgebremst. Aber Sicherheit geht auch bei uns vor - oder gerade bei uns.
Wie nehmen Sie die Krise persönlich wahr und wie vertreiben Sie sich die Zeit zu Hause?Naseband: Es ist jetzt nicht so, dass ich Langeweile habe. Irgendwas gibt es immer zu tun. Jedoch genieße ich gerade, dass ich alles ruhiger angehen und mir mehr Zeit nehmen kann. Abgesehen von der wirtschaftlichen Katastrophe versuche ich das Beste aus der Situation zu machen. Wir haben unseren Balkon verschönert und sind viel zu Hause. Ich gehe aber auch laufen, fahre Fahrrad und versuche mich fit zu halten. Dennoch bin ich heilfroh wenn wir das Ganze gut überstehen und unser altes Leben wieder zurück haben.