Der Glaube ist bis heute ein Schlüsselelement in Bonos philanthropischer Überzeugung und pazifistischen Handlungen, die ihm über die Jahre nicht immer alle abgekauft haben, auch manche seiner Musikerkollegen nicht. "Er ist ein Dichter, ein Philosoph. Und ich glaube, ich habe ihn letzte Nacht übers Wasser gehen sehen", soll Mick Jagger (76) einmal gestichelt haben. Und Eric Clapton (75) war der Meinung, dass sich Musiker nicht wie Politiker aufführen sollten.
Mann des VolkesDoch seine Motivation für soziales und politisches Engagement - unter anderem gegen Aids, Hunger und Armut - bestand bereits innerhalb von U2. Mit ihrem Song "Sunday Bloody Sunday" lieferte die Gruppe ihr Statement zum damaligen Nordirland-Konflikt. Und überhaupt war Bono immer ein Mann des Volkes, dessen emotionale Nähe er symbolträchtig bei Live Aid 1985 suchte, als er über die Bühnenabsperrung kletterte und mit einem Mädchen aus dem Publikum tanzte. Oder bei einer Aktion 2017 in der Berliner U-Bahn, als er zusammen mit The Edge plötzlich in der U2 auftauchte und ein paar Akustiknummern zum Besten gab.
Auch nur ein MenschIn den vergangenen Jahren musste Bono allerdings vermehrt gesundheitliche Tiefpunkte verkraften. Da gab es die Not-Operation an seiner Wirbelsäule in München 2010 oder den schweren Fahrradsturz in New York 2014, bei dem er sich einen komplizierten Schulterbruch zuzog, was das Gitarre spielen unmöglich machte. Auch seine Stimme versagte teilweise auf der Bühne.
Außerdem war das 2017 erschienene U2-Album "Songs of Experience" stark von einer Nahtod-Erfahrung des Sängers geprägt, die er aber nicht näher kommentieren wollte. "Ich weiß, dass U2 an jedes Album herangehen, als wäre es ihr letztes", sagte er dem "Rolling Stone". "Aber diesmal wollte ich noch mehr, dass die Leute um mich herum, die ich liebe, genau wissen, wie ich mich fühle." Doch mittlerweile hat sich Bono von seinen Rückschlägen wieder erholt und gibt anderen Hoffnung in Zeiten wie diesen - nur mit seiner Stimme.