Bereits im August berichteten die beiden Nachrichtenplattformen über den Verdacht gegen Sergijenko, nachdem seine E-Mail- und SMS-Korrespondenz mit dem mutmaßlichen FSB-Agenten "Alexei" ans Licht gekommen war. Es zeigt sich nun, dass einige Kontakte nach Russland bzw. zum "Fünften Dienst" des FSB, dessen Einflussagenten auf die politische Destabilisierung von Ländern spezialisiert sind, noch viel enger waren als vermutet. Neben dem ukrainischen Pass besitzt Sergijenko laut vertraulichen Unterlagen inzwischen auch einen russischen Pass und seit Ende 2022 zusätzlich die deutsche Staatsangehörigkeit. Er selbst bezeichnet sich als Autor und Journalist. Seit Anfang des Jahres steht er auf einer Sanktionsliste der Ukraine.
Der AfD-Bundestagsabgeordnete Eugen Schmidt bestätigte auf "Wir"-Anfrage, dass Sergijenko für ihn arbeite. Laut Schmidt sei er auf einer 120-Euro-Stelle "als Übersetzer und in der Medienarbeit" für sein Büro tätig, "was die begrenzte Natur seiner Aufgaben widerspiegelt". Schmidt fungiert in der AfD-Bundestagsfraktion als "Beauftragter für Russlanddeutsche" und ist mehrmals als Apologet des Regimes von Wladimir Putin aufgefallen. Wladimir Sergijenko bestreitet auf "Wir"-Anfrage, dass er die AfD finanziell unterstützt. Auch den Verdacht, "ich könnte im Auftrag staatlicher Stellen Propaganda verbreiten", weist er kategorisch zurück. "In meiner Tätigkeit agiere ich stets unabhängig und bin ausschließlich meinem Gewissen verpflichtet".