Begnadigung für Joe Exotic? Das sagt ein US-Anwalt dazu

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Begnadigung für Joe Exotic? Das sagt ein US-Anwalt dazu

Stars (2 / 1) 06.05.2021 23:33 / Tim Symbolbild Netflix


Aber kann der Präsident theoretisch einfach sagen, dass Exotic jetzt ein freier Mann sein soll? Oberheiden klärt auf: "In der Tat haben amerikanische Präsidenten früher handschriftliche Briefe der Gefängnisentlassung verfasst." Heutzutage, angesichts der Flut an Gesuchen, sei der Prozess bürokratischer. Mitarbeiter des Weißen Hauses würden das Gnadengesuch im Rahmen eines protokollierten Vorverfahrens prüfen. "In Ausnahmefällen initiiert der Präsident das Verfahren selbst", so der Rechtsexperte.

Exotics Strafe von 22 Jahren, die von einem amerikanischen Bundesgericht verhängt worden sei, liege "im Rahmen der Erwartungen". Im Gegensatz zu US-Staatengerichten, wie beispielsweise im Fall des ehemaligen Filmproduzenten Harvey Weinstein (68), "wurde für Insassen die Möglichkeit der bedingten Strafaussetzung 1984 abgeschafft". Das bedeute, dass Exotic, mehr oder weniger, selbst bei guter Führung, die volle Strafe absolvieren müss. Der Netflix-Star dürfte also weit über 70 Jahre alt sein, bevor er voraussichtlich entlassen wird.

Befangenheit spielt keine Rolle

Einer der Hauptzeugen im Prozess von Joe Exotic, Allen Glover, gelte laut einem Bericht des US-Promi-Portals "TMZ" als voreingenommen. Außerdem hatte der Großkatzenhalter mehrfach herausposaunt, dass er Baskin töten lassen wolle. Würde dies jemand tun, der tatsächlich einen Auftragsmord plant? Derartige Zweifel haben keinerlei Auswirkungen auf eine mögliche Begnadigung, erzählt Oberheiden, denn ein "Tatsachenrichter" sei der Präsident nicht. "Die Frage der Befangenheit eines Zeugen und der Möglichkeit eines Fehlurteils könnten jedoch Gegenstand der Berufung werden."