Während der Corona-Krise gibt es für viele Streaming-Fans keine faszinierendere Serie als die Netflix-Doku "Tiger King" (in Deutschland "Großkatzen und ihre Raubtiere"). Diese handelt in weiten Teilen von Joe Exotic (57), dem ehemaligen Betreiber eines US-Privatzoos voller Großkatzen. Exotic wurde 2019 unter anderem wegen der Erteilung eines versuchten Auftragsmordes an seiner Rivalin Carole Baskin (58) zu einer Haftstrafe von 22 Jahren verurteilt und sitzt derzeit in einem Gefängnis im texanischen Fort Worth.
Medienberichten zufolge möchte sein Anwaltsteam, das derzeit die entsprechenden Unterlagen vorbereiten soll, US-Präsident Donald Trump (73, "Der Weg nach oben") um eine Begnadigung bitten. Doch gibt es für Exotic damit überhaupt eine Aussicht auf Erfolg? Die Nachrichtenagentur spot on news hat bei US-Anwalt Dr. Nick Oberheiden nachgefragt.
"Die Chancen einer präsidialen Begnadigung von Exotic liegen derzeit bei null", erklärt Oberheiden, "Personen der Zeitgeschichte, insbesondere allgemein bekannte und geschätzte Künstler, wenden sich bei Rechtsproblemen - zumeist über die Medien - immer wieder mit einem Appell an den jeweiligen Präsidenten." Insbesondere während eines laufenden Verfahrens beziehungsweise einer eingelegten Berufung hätten derartige Ansuchen jedoch lediglich medienwirksame, nicht jedoch juristische Erfolgschancen.
"Tausende Gnadengesuche" gingen laut Oberheiden jedes Jahr beim amtierenden US-Präsidenten ein: "Historisch üblich sind zirka 50-100 Begnadigungen pro Jahr, wobei in jüngster Vergangenheit Präsident Obama mit fast 2.000 und Präsident Trump mit bislang lediglich 35 angenommenen Gesuchen die volle Spannweite an Beurteilungsermessen repräsentieren."
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