Trauer um renommierte und beliebte Schauspielerin - sie verstarb überraschend in der Berliner Charité. Ihre Zusammenarbeit mit Größen wie Rainer Werner Fassbinder und Doris Dörrie, aber auch ihre großartige Theaterpräsenz, machten Sie europaweit bekannt - woran starb sie nun so unerwartet?
Die renommierte Schauspielerin Elisabeth Trissenaar, die auch durch ihre Zusammenarbeit mit Regisseur Rainer Werner Fassbinder (1945-1983) bekannt wurde, ist verstorben. Sie verstarb am Sonntagabend im Alter von 79 Jahren im Berliner Krankenhaus Charité, wie Rechtsanwalt Peter Raue am Montag im Auftrag der Familie ihres verstorbenen Mannes Hans Neuenfels (1941-2022) mitteilte. Geboren am 13. April 1944 in Wien als Tochter einer Gesangsstudentin und eines holländischen Arztes, lernte Trissenaar während ihrer Schauspielausbildung am Wiener Max Reinhardt Seminar ihren späteren Ehemann, den Regisseur Neuenfels, kennen. 1966 wurde ihr gemeinsamer Sohn Benedict geboren, der später als Kameramann ("Die Fälscher") erfolgreich wurde. Ihre ersten Theaterengagements führten Trissenaar und Neuenfels nach Krefeld. Sie trat in Bochum und am Staatstheater Stuttgart unter Peter Palitzsch (1918-2004) auf. Trissenaar wirkte am Schauspiel Frankfurt, dem Wiener Burgtheater, am Schauspielhaus Zürich und am Schauspiel Köln. In Berlin arbeitete sie von 1985 bis 1990 mit Neuenfels an der Volksbühne und ab 2001 am Deutschen Theater. Trissenaar verkörperte bei den Salzburger Festspielen mehrmals die Buhlschaft im "Jedermann". Sie brillierte in Rollen großer Frauengestalten wie Ibsens "Nora" und "Hedda Gabler", Kleists "Penthesilea" und Euripides' "Elektra", sowie als Gretchen in Goethes "Faust", Warja in Tschechows "Der Kirschgarten", Lessings "Emilia Galotti" oder Strindbergs "Fräulein Julie".