Thilo Sarrazin (78) betrachtet die politischen Unruhen in Deutschland unter der Ampel-Regierung von Olaf Scholz (65, SPD) aus einem einzigartigen Blickwinkel. Als ehemaliger Bundesbanker und Finanzsenator war er lange Zeit Teil des politischen Geschehens und Mitglied der SPD für fast fünf Jahrzehnte, bis er im Jahr 2020 aus der Partei ausgeschlossen wurde. Nun holt er zum großen Schlag aus!
Bekannt wurde Sarrazin 2010 durch sein umstrittenes Buch "Deutschland schafft sich ab", das mit 1,6 Millionen verkauften Exemplaren zum meistverkauften deutschen Sachbuch avancierte. Heute, mit einem Hauch von Genugtuung, erklärt der ehemalige Bundesbanker und Finanzsenator: "Natürlich lag ich falsch. Aber nur, weil alles noch viel schlimmer kam, als ich es dargestellt hatte." In einem ausführlichen Gespräch in seinem Berliner Haus äußert sich Sarrazin weiterhin detailliert zu den Entwicklungen in Gesellschaft und Politik. Sein nächstes Buch befindet sich bereits in Vorbereitung. Seine Einschätzung zum aktuellen Zustand der Ampel-Regierung ist besorgniserregend, insbesondere in Bezug auf mögliche Folgen bis hin zum Kontrollverlust. Sarrazin wählt einen dramatischen Vergleich und sagt: "Was die Regierung im Augenblick tut, ist wahnsinnig gefährlich. Das erinnert ein wenig an die Zeit vor der Französischen Revolution."
Sarrazin erklärt die Gefahr für die Regierung: "Aktuell ist das Problem, dass Erwartungen geweckt wurden, indem teilweise eingeräumt wurde, dass etwas falsch läuft. Ich sehe nicht, wie die Regierung und die tragenden gesellschaftlichen Kräfte – von den Medien bis zu den Parteien – in der Lage sind, diese Erwartungen zu erfüllen." Insbesondere bezieht er sich auf die Zuwanderungsdebatte. Gefragt nach seiner Meinung zu den Schlüsselfiguren der Ampelregierung gibt Sarrazin differenzierte Einschätzungen: