Putin, freut sich: "Ich weiß, dass wir noch nicht genug haben. Aber ihnen (der Ukraine) gehen die Waffen aus." Die Russen versuchen, die Front zu durchbrechen, ukrainische Positionen zu zerstören, feindliche Truppen zurückzudrängen und Gebiete zu erobern, nach dem Motto "Kugel um Kugel, bis zum letzten Schuss". Beobachter sind sich einig: Wenn die Ukraine nicht bald Munition und schweres Kriegsgerät erhält, könnte Russland einen bedeutenden Erfolg erzielen. Die neue Rhetorik Putins zeigt, wie sicher er sich fühlt: Er spricht inzwischen sogar von Krieg und nicht mehr von einer "militärischen Spezialoperation". Es ist das erste Mal seit langem, dass er sich so siegessicher zeigt. Das liegt auch daran, dass sich das Kriegsziel Russlands in der Ukraine mehrfach geändert hat.
Das aktuelle Kriegsziel sei "nur" die vollständige Eroberung der vier von Russland annektierten Regionen im Süden und Osten der Ukraine.
Diese Regionen, nämlich Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja, konnten bisher von Russland nicht vollständig besetzt werden. "Ein solches Ziel ist für Russland aber militärisch erreichbar, wenn die militärische und finanzielle Unterstützung der Ukraine durch den Westen deutlich abnehmen sollte", glaubt ein Experte. Die Ukraine muss die Frontlinie weitestgehend halten, selbst wenn dieses Ziel erreicht wird, würde wahrscheinlich niemand ihre Zugehörigkeit zu Russland anerkennen. Militärisch sei es für die Ukraine daher jetzt wichtig, die bisherige Frontlinie weitestgehend zu halten, schätzen Experten die aktuelle Lage ein. Eine neue, erfolgreichere ukrainische Offensive sei auch 2024 nicht zu erwarten.