Weniger Glück hatte eine zweite Touristengruppe am vergangenen Samstag. Elf Urlauber, darunter sechs Deutsche, wollten vom Hotel in Pretoria zum Pilanesberg-Wildreservat fahren, um die "Big 5" (Elefant, Nashorn, Löwe, Leopard, Büffel) zu sehen. Gegen 7 Uhr morgens tauchte derselbe Audi Q3 neben dem Toyota Quantum der Touristen auf, feuerte einen Schuss über das Dach ab und forderte den Fahrer auf, anzuhalten. Vier schwer bewaffnete und maskierte Männer kaperten das Fahrzeug und verlangten Geldbörsen, Kameras, Telefone und Schmuck von den Touristen. "Das Geld und die Besitztümer wurden sehr schnell erbeutet, aber trotz der aggressiven Drohungen gegenüber den Touristen wurde bei dem Überfall niemand körperlich verletzt", sagte ein Polizeisprecher.
Die Straßen für die täglichen Fahrten von Johannesburg nach Pretoria zu den beiden Ferienorten sollten eigentlich stark patrouilliert sein, um Touristen vor Überfällen zu schützen. Die Polizei hat nun diese Kontrollen verstärkt. In Südafrika kommt es immer wieder zu Überfällen auf Touristen. Seit Februar wird der Student Nick Frischke (22) in Kapstadt vermisst, obwohl fünf Verdächtige wegen eines möglichen Raubüberfalls auf den Deutschen in Haft sitzen, fehlt von dem Studenten aus Brandenburg noch immer jede Spur. Im September des vergangenen Jahres wurde der deutsche Tourist Jörg Schnaar (67) bei einer Entführung erschossen, als er mit seiner Frau und einem anderen deutschen Ehepaar auf dem Weg in den Krüger-Nationalpark war.