Weder Bundeskanzler Olaf Scholz noch US-Präsident Joe Biden wollen direkt von Präsident Wolodymyr Selenskyj verlangen, den zukünftigen Status der russisch besetzten Gebiete am Verhandlungstisch zu klären. Stattdessen soll die Ukraine durch Waffenlieferungen in die Lage versetzt werden, die aktuelle Front zu halten, jedoch ohne die militärische Fähigkeit zur Rückeroberung der besetzten Gebiete.
Militärexperte Gustav Gressel äußert Zweifel an diesem Plan, da er davon ausgeht, dass Putin den Krieg gewinnen will und nicht verhandeln möchte. Gressel kritisiert Berlin und Washington dafür, dass sie die Ukraine schwach halten und Putin ermutigen, an seinen Sieg zu glauben. Ein alternativer Plan könnte darauf hinauslaufen, einen eingefrorenen Konflikt ohne Einvernehmen der Konfliktparteien zu schaffen, was zu einer neuen Quasi-Grenze zwischen der Ukraine und Russland führen würde.