Mit dem NATO-Beitritt Finnlands im April 2023 hat sich die Nato-Landgrenze um mehr als tausend Kilometer verlängert. Die Aufhebung der türkischen Blockade hat den Weg für Schweden in die NATO geebnet. Kvarving erwartet, dass Schweden bald der Nato beitreten wird, was die Sicherheit der NATO-Nordflanke erheblich stärken wird.
Traditionell pflegte Norwegen gute diplomatische Beziehungen zu Russland, auch aufgrund der Hilfe Russlands bei der Befreiung von Ost-Finnmark im Zweiten Weltkrieg. Die Beziehungen haben sich jedoch seit der russischen Annexion der Krim 2014 erheblich abgekühlt. Ausweisungen von russischen Diplomaten und die Einstufung Norwegens als "unfreundlicher Staat" durch Russland zeugen von dieser Abkühlung. Es wird erwartet, dass die Zusammenarbeit zwischen Norwegen und Deutschland, insbesondere in Verteidigungsfragen, intensiver wird. Dies zeigt sich auch in der Zusammenarbeit beim Bau eines neuen U-Boots vom Typ 212CD.
Obwohl die NATO-Landgrenze mit dem Beitritt Schwedens und Finnlands erheblich verlängert wurde, wird es in Norwegen wahrscheinlich keine dauerhaften Nato-Stützpunkte geben, um nicht als Aggressor gegenüber Russland aufzutreten. Dennoch wird weiterhin Unterstützung für ukrainische Truppen geleistet, wobei Norwegen von deren Erfahrungen im Umgang mit russischen Streitkräften lernt. Obwohl ein Angriff aus dem Osten als unwahrscheinlich angesehen wird, ist strategisches Wissen stets von Nutzen.