Gespannt haben Investoren und Zuschauer gleichermaßen in der neuen Folge von "Die Höhle der Löwen" (VOX, Dienstag ab 20:15 Uhr oder bei TVNow) die vorgestellten Produkte beäugt. Was der erste Gründer darin mitbrachte, war "so klein, dass es in jede Hosentasche passt" und "so nützlich, dass man es jeden Tag benutzen will" - fand zumindest Dr. Carl Heinze aus München. "Carryyygum" nennt sich das Produkt, es handelt sich dabei um eine Gummiband-Konstruktion, die am Fahrradlenker angebracht wird. Damit soll es möglich sein, Jacken, Flaschen und andere Gegenstände zu transportieren. Testen durfte den vermutlich kleinsten Gepäckträger der Welt Investor Ralf Dümmel (53).
Georg Kofler (62) war das zu klein. Er meinte damit die Aussicht auf Gewinn: "Sie sind ein bodenständiger Erfinder, aber mir ist es vom Potenzial her zu klein, daher steige ich aus." Auch Carsten Maschmeyer (60) sah zu wenig Wachstumsmöglichkeiten. "Wenn ich investiere, muss der Teich groß genug sein und hier habe ich Respekt, dass der Teich zu klein ist, daher steige ich aus." Eines besseren wurden die zwei von Dümmel belehrt: "Wir haben über 70 Millionen Fahrräder, das ist kein Nischenmarkt, ich finde das Thema geil, biete Ihnen 150.000 Euro für 40 Prozent." Der erste Deal des Abends war eingetütet.
Fitness zieht nicht mehrDer nächste Gründer versucht mit "FitterYOU", einer App mit Fitness-Matte, jedem Nutzer ein personalisiertes Training erschwinglich machen. Fritz Grünewalt konnte auch schon einen prominenten Fürsprecher präsentieren: Fußball-Profi André Schürrle (29) ist von dem Konzept begeistert. "Er wird die Löwen anpiksen", zeigte sich der Kicker überzeugt. Von den Löwen benötigte Fritz 500.000 Euro für zehn Prozent der Unternehmensanteile. Stattliche 4,5 Millionen Euro hat der Gründer bereits investiert.
Nils Glagau (44) fasste die Stimmungslage seiner Löwen-Kollegen kurz und knapp zusammen. "Es ist ein hohes Risiko, wie wir alle wissen, gibt es viele Karteileichen, man verliert schnell die Lust, ich glaube nicht daran und bin raus." Reihum stiegen die Investoren daraufhin allesamt aus.
Bademode aus alten FischernetzenDie nächste Gründerin warf ihre Netze nach den Löwen aus: Barbara Gölles aus Österreich fertigt Bademoden aus alten, verlorenen Fischernetzen, die in den Meeren treiben. "Margaret und Hermione" heißt ihr Label, benannt nach ihren Großmüttern. "Helfen Sie mir zu wachsen. Aus Österreich hinaus nach Deutschland und dann in die ganze Welt", bat sie die Löwen. 120.000 Euro benötigte sie für 20 Prozent ihrer Firmenanteile.
Kofler wunderte sich: "Ich hätte gedacht, dass bei Bademoden alles erfunden ist." Kurz darauf meldete er dennoch seine Kapitulation vor dem Bikinibusiness an. Frank Thelen (44) hingegen zog umgehend die Reißleine: "Dein Engagement für die Umwelt ist großartig, es eint uns alle, aber es passt nicht zu mir, ich bin raus." Am Ende blieb Dagmar Wöhrl (65) übrig: "Sie sind eine tolle Gründerin, und ich bin auch ein Omakind, ich biete Ihnen 120.000 für 25 Prozent." Der Deal wurde prompt eingenetzt.