Finnland gab erste Verlautbarungen ab und erklärte, dass ein "staatlicher Akteur" hinter den Vorfällen stecken könnte. Finnische Ermittler haben Schiffe identifiziert, die sich zur fraglichen Zeit am 8. Oktober in der Nähe der Schäden aufhielten. Zwei Schiffe wurden besonders hervorgehoben: Das unter russischer Flagge fahrende Frachtschiff mit Atomkraft namens Sevmorput und das chinesische Containerschiff NewNew Polar Bear. Diese Andeutungen legen nahe, dass China und Russland gemeinsam für die Angriffe auf die Ostsee-Infrastruktur verantwortlich sein könnten. Der Eigentümer von Sevmorput, Atomflot, eine Tochtergesellschaft von Rosatom, dem russischen Atomkonzern, bestritt jegliche Beteiligung seines Schiffes an den Vorfällen und nannte die Vorwürfe als "grundlos". Die Sevmorput fuhr an besagtem Tag von Murmansk nach St. Petersburg und passierte den Finnischen Meerbusen "ohne Verzögerung", so Atomflot laut Reuters. Die chinesische Reederei NewNew Shipping hat nicht auf Anfragen von Reuters zu ihrem Schiff reagiert.
Die Region ist seit Beginn des Ukraine-Konflikts nervös, und die Sicherheit kritischer Infrastrukturen unter der Ostsee bereitet Europa und der NATO Sorge. Der schwedische Ministerpräsident Ulf Kristersson warnte erst am Freitag vor der Verwundbarkeit der "Spaghettischale aus Kabeln, Drähten und anderer Infrastruktur am Meeresboden". Schweden und seine Partner in der "Joint Expeditionary Force", einem Militärbündnis unter britischer Führung, das zehn nordeuropäische Staaten umfasst, suchen nach Wegen, den Schutz wichtiger Rohre und Kabel zu verbessern. Die Reparatur der 77 Kilometer langen Gaspipeline Balticconnector wird Monate dauern, und sie ist Finnlands einzige Gasleitung ins Ausland, da kein Gas mehr aus Russland importiert wird. Die Kabel werden ebenfalls erst in einigen Wochen wieder funktionieren. Es bleibt unklar, ob jemand die Kommunikation in der östlichen Ostsee beeinträchtigen oder ein Warnsignal senden möchte.