Die zweite Option geht von der Sorge vor einer Ausweitung des Konflikts aus. Sollte die libanesische Terrormiliz Hisbollah nach einer Bodenoffensive in Israel in den Konflikt eingreifen, könnten sich die Kriegsschauplätze auf zwei Fronten erstrecken. In dieser Situation, in der der zivile Flugverkehr aus dem Libanon rasch eingestellt würde, könnte die Bundeswehr eine militärische Evakuierung durchführen. Hierfür wären robustere Kräfte erforderlich, um den Flughafen im Süden von Beirut im Hoheitsgebiet der Hisbollah zu sichern. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass die Bundeswehr derzeit lediglich Vorbereitungen trifft und es noch keinen Einsatzbefehl gibt. Die Bundesregierung hat bereits zu Beginn der Woche kleine Teams von Spezialisten nach Israel, Jordanien, Libanon und Zypern entsandt, um die Kommunikation mit Deutschland sicherzustellen und Drähte zu den lokalen Behörden herzustellen.
Sogar Elitesoldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK) reisten mit, um den Krisenstab mit relevanten Informationen zu versorgen. Es handelt sich jedoch nicht um eine Operation im Gazastreifen, sondern um eine koordinierte Vorsichtsmaßnahme. Die Bundesregierung möchte sicherstellen, dass sie nicht von den Entwicklungen wie im Fall Afghanistan im Herbst 2021 überrascht wird.