Auf ihrem offiziellen „X“-Account (ehemals Twitter) schreiben die Münchner einen Tag nach Kriegsbeginn: „Es gibt keine Rechtfertigung für die Tötung und die brutale Gewalt gegen die zivile Bevölkerung. Wir sorgen uns um unsere Freunde in Israel und hoffen auf ein friedvolles Zusammenleben aller Menschen im Mittleren Osten.“ Eine ebenso stilvolle wie knappe Solidarisierung mit Israel und allen unschuldigen Opfern, nach der sich viele Fans fragten, ob der Keeper nun an die Front muss.
Eine logische Frage, da die israelische Armee in den vergangenen Tagen über 360.000 Reservisten aus aller Welt zum Kriegsdienst einberufen hatte, in Israel eine Verpflichtung zum dreijährigen Militärdienst gilt, Peretz im wehrfähigen Alter ist und die Israel Defense Forces (IDF) die Wehrpflicht auch für Staatsbürger im Ausland durchsetzen. Die Antwort: Dass Bayerns Nummer 18, Daniel Peretz, eingezogen wird, ist aktuell äußerst unwahrscheinlich. Als Spitzensportler hat Peretz anders als die meisten seiner Landsleute nämlich nicht den vollständigen Wehrdienst absolviert. Eine dreijährige Auszeit vom Fußball in jungen Jahren hätte seine hoffnungsvolle Karriere schließlich massiv gefährdet.
Eine mögliche Ausnahme
Derzeit beruft das IDF nur Reservisten zum Kriegsdienst, die im Rahmen der Wehrpflicht oder darüber hinaus bereits Kampferfahrung gesammelt haben. Da Peretz nicht über eine solche Ausbildung verfügt und dementsprechend derzeit nicht als potenzielle Hilfe angesehen werden dürfte, ist es aktuell wohl ausgeschlossen, dass er in den Krieg muss. Zur Wahrheit gehört allerdings auch: Im unwahrscheinlichen Fall, dass Israel im Verlauf des Krieges zu einer Generalmobilmachung aufrufen sollte, bei der im Extremfall alle wehrfähigen Männer unabhängig von ihrer Kampfausbildung eingezogen werden können, ist auch Peretz nicht sicher vor dem Kriegsdienst. Durch seinen Status als Spitzensportler ohne vollständig absolvierten Militärdienst sollten seine Chancen aber gut stehen, nicht zur Waffe greifen zu müssen. Die Israel Defense Forces äußerten sich mit Verweis auf die aktuellen Aufgaben im Krieg bislang nicht auf eine entsprechende uns-Anfrage.