Schließlich erlaubte er ihnen doch die Weiterfahrt. In Plauru sind die Anwohner resigniert und verbittert über die ausbleibende Reaktion der rumänischen Regierung. Präsident Klaus Johannis (64) hatte trotz des Einschlags zunächst erklärt, dass nichts passiert sei, obwohl überall noch Trümmerteile herumlagen. Für die betroffenen Einwohner, die die nächtlichen Bombenangriffe auf Izmail oft mit bloßem Auge sehen und deren Grundstücke manchmal auch von Trümmerteilen getroffen werden, klang das wie Hohn. Kurz darauf räumte die rumänische Regierung die Angriffe ein, und Verteidigungsminister Angel Tilvar (61) besuchte Plauru, die Armee errichtete Luftschutzbunker. Die Frage, die sich stellt, ist, warum die NATO solche Angriffe auf ihr Gebiet zulässt. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg (64) erklärte kürzlich in Kiew, es gebe zwar keine Hinweise darauf, dass Russland absichtlich ein NATO-Land angreife. Die russischen Angriffe seien jedoch "rücksichtslos und destabilisierend". Die NATO habe daher in Rumänien mehr Truppen stationiert und die Luftraumüberwachung verstärkt.
Am 24. März 2022, einen Monat nach dem groß angelegten russischen Überfall auf die Ukraine, hatte die NATO auch die Aufstellung einer weiteren multinationalen Kampfgruppe in Rumänien beschlossen, um die Ostflanke des Bündnisses zu schützen. Bisher scheint dies jedoch den Kreml nicht von seinen Angriffen abzuhalten.
Einwohner in Plauru berichteten sogar, dass viele der Drohnen, die in Izmail einschlugen, nicht aus dem Norden kamen, sondern aus östlicher Richtung, was bedeutet, dass sie vor ihrem Angriff über etwa 70 Kilometer rumänischen Luftraum geflogen sind - 70 Kilometer in NATO-Gebiet.