Johann Lafer: "Ich war Mitte 50 und fühlte mich total leer"

Seite 2 / 2

Johann Lafer: "Ich war Mitte 50 und fühlte mich total leer"

Stars (2 / 1) 30.03.2021 23:33 / Simo Symbolbild imago images/Future Image


Lafer: Der Gewichtsverlust war ein willkommener Nebeneffekt. Dr. Petra Bracht empfahl mir eine komplette Ernährungsumstellung, vor allem den Verzicht auf Fleisch. Sie ist ja selbst aus Überzeugung und wissenschaftlicher Erkenntnis seit über 30 Jahren Veganerin, das konnte ich mir für mich nun gar nicht vorstellen. Aber sie listete mir Lebensmittel auf, die entzündungshemmend sind, und so habe ich angefangen, wieder mehr Gemüse und Hülsenfrüchte zuzubereiten und auch zu experimentieren. Und plötzlich empfand ich die Ernährung auf pflanzlicher Basis als Genuss und merkte am eigenen Körper, wie gut es mir damit ging. Alle Blutwerte, Cholesterin und Zuckerwerte verbesserten sich innerhalb von wenigen Wochen. Jetzt versuche ich, mein Gewicht zu halten, es dürften auch noch ein paar Kilo weniger werden, aber es fühlt sich auch so schon richtig gut an.

Wie haben Sie Ihre Ernährung umgestellt? Und wie halten Sie es mit dem Fleisch- und Wurstkonsum, haben Sie das Gefühl, Sie müssen auf etwas verzichten?

Lafer: Ich gebe zu, dass mir die Umstellung am Anfang recht schwergefallen ist. Vor allem als Koch und Genussmensch wollte ich ja nicht verzichten. Aber ich habe die Gemüseküche ja schon immer geschätzt. Und es hat mir unglaublich Spaß gemacht, basierend auf den 28 entzündungshemmenden Lebensmitteln, die Petra Bracht empfohlen hat, neue Rezepte zu kreieren. Heute kann ich gut auf Fleisch verzichten und trotzdem genussreich essen.

Haben Sie schon mal Intervallfasten probiert oder fasten Sie auf andere Weise regelmäßig?

Lafer: Fasten war mir nicht fremd, weil ich mich seit Jahren in den ersten Januarwochen in eine Fastenklinik begebe. Das ist am Anfang immer sehr hart, aber so nach ein bis zwei Wochen merke ich jedes Mal, wie Körper und Geist wieder leichter und auch arbeitsfähiger werden. Und auch die Geschmacksnerven werden durch Fasten wieder sensibilisiert. Das tägliche Intervallfasten liegt mir nicht so, aber dessen heilende Wirkung ist unbestritten.

Wie oft machen Sie Ihre Übungen und wie viel Zeit kostet Sie das?

Lafer: Zunächst war ich schludrig und habe nicht so richtig an die Übungen von Liebscher-Bracht geglaubt. Aber nach dem ersten Wiederauftreten der Knieschmerzen und einer erneuten Behandlung habe ich mir geschworen, die empfohlenen Übungen Tag für Tag in mein Leben zu integrieren. Das sind nur zehn Minuten am Tag, die ich meistens morgens absolviere. Jetzt nehme ich sogar ein Seil und einen Fußkeil mit auf Reisen, um die Übungen überall durchzuziehen.

Wie geht es Ihnen heute? Haben Sie die Änderungen in Ihrem Leben zu neuen Dingen inspiriert?

Lafer: Ich brauche keine Tabletten mehr, bin absolut schmerzfrei und fühle mich wie neugeboren! Ich habe wieder viel mehr Spaß an meiner Arbeit, bin spontaner geworden und genieße meine wieder gewonnene Bewegungsfreiheit, kann wieder Wandern gehen und Radfahren. Und ja, ich probiere auch Neues aus. Angesichts der aktuellen Situation, dass die Leute wieder vermehrt zu Hause kochen, will ich die Menschen mit Kochvideos unterstützen und inspirieren. Auch in der Hoffnung, dass sich zukünftig wieder mehr Menschen mit frischen Zutaten und gesund ernähren.