Für Verbraucher bedeutet dies, dass sie höhere Kosten tragen müssen, was viele private Haushalte belastet. Laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) wurden im Jahr 2022 knapp die Hälfte der über 43 Millionen Wohnungen und Einfamilienhäuser mit Erdgas beheizt. Durchschnittlich müssen die Bewohner dieser Häuser mit einem Preisanstieg von rund 11 Prozent rechnen, wie Verivox berichtet.
Eine vierköpfige Familie mit einem Gasverbrauch von 20.000 Kilowattstunden im Jahr würde dies zusätzliche Kosten von 270 Euro pro Jahr bedeuten. Für Haushalte, die keine individuellen Gasverträge abgeschlossen haben und die Grundversorgung nutzen, könnte der Preisanstieg noch höher ausfallen, nämlich 331 Euro. Ein Paar mit einem Verbrauch von 12.000 Kilowattstunden würde durchschnittlich 170 Euro mehr zahlen, in der Grundversorgung sogar 209 Euro. Singles mit einem Verbrauch von 5000 Kilowattstunden müssten mit durchschnittlichen Mehrkosten von 71 Euro rechnen, in der Grundversorgung wären es 87 Euro. Die Abschaffung von zwei Umlagen, nämlich der Regelenergie-Umlage und der Konvertierungsumlage, wird die Mehrkosten laut Verivox nicht ausgleichen. Zudem wird dies nicht automatisch an die Verbraucher weitergegeben, sodass die meisten Kunden erst bei einem Vertragswechsel von diesen Änderungen profitieren können.
Die vorzeitige Beendigung dieser Maßnahme wird sowohl von Verbänden als auch von Politikern kritisch betrachtet. Sie gehen davon aus, dass die Rückkehr zum höheren Steuersatz mitten in der Heizsaison viele Familien hart treffen würde. Insbesondere Menschen mit geringem Einkommen sehen sich nach wie vor mit erheblichen Herausforderungen im Zusammenhang mit den Energiepreisen konfrontiert, betont Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbandes. Sie fordert, dass es Unterstützung für Menschen mit niedrigem Einkommen geben muss, solange die Preise sich nicht normalisieren. Auch die Energiewirtschaft lehnt die vorzeitige Beendigung ab, da dies nicht nur mit erheblichem Aufwand für Abrechnungen und Kommunikation verbunden wäre, sondern auch für die Kunden kaum nachvollziehbar ist. In der Ampel-Koalition scheint die endgültige Entscheidung noch nicht gefallen zu sein. Die Grünen haben angekündigt, den Vorschlag während der Haushaltsberatungen genau zu prüfen. Gleichzeitig setzen sie sich dafür ein, die bis Ende des Jahres geltende Preisbremse für Gas und Strom zu verlängern, um sicherzustellen, dass die Preise nicht unkontrolliert steigen. Auch in der Opposition stößt der Vorschlag auf wenig Zustimmung.