Kelly: Wir haben als Familie in den vergangenen Wochen viel mehr Kontakt als sonst. Das erleben vermutlich auch viele andere Menschen aktuell so. Und auch mit John gab es viel Kontakt. Ich kann nur sagen: Er lebt ja in Spanien und hat somit sicherlich ein ähnliches Problem wie ich gehabt.
Wie schwer war für Sie die Geheimhaltung, gerade im Hinblick auf Ihre Band The Kelly Family. Mussten Sie viel schwindeln?Kelly: Total. Zum ersten Mal in meinem Leben musste ich so viele Menschen gleichzeitig anlügen. Ich habe dann immer gesagt, dass ich ins Studio muss, um mein neues Album fertigzumachen. Das stimmte zum Glück zum Teil, weil es so ein bisschen parallel lief, und so war es meistens nur eine Halblüge. Jetzt bin ich natürlich froh, dass ich die Wahrheit erzählen darf. Diese komplette Geheimnistuerei ist eine der größten Herausforderungen der Show. Man hat wirklich ein bisschen das Gefühl, ein Geheimagent zu sein. Ich habe schon einiges erlebt, das hat alles getoppt.
Wie war es denn insbesondere mit John Kelly, wenn er mit Ihnen über "Let's Dance" gesprochen hat?Kelly: Ich habe es vermieden, mit meinen Geschwistern über "Let's Dance" zu sprechen. Wenn das Thema aufkam, habe ich einfach nicht reagiert oder mich mit den Albumaufnahmen entschuldigt. Komisch war es für mich aber schon, vor allem auch, weil die Studios von "The Masked Singer" und "Let's Dance" auf demselben Gelände sind.
Was halten Sie von den anderen "The Masked Singer"-Kollegen?Kelly: Bei einem vermute ich sehr stark, dass es ein Kumpel von mir ist. Hier bei dieser Show haben wir halt unser Kostüm an, dürfen nicht miteinander reden und halten uns alle an die Regeln. Das macht und hält die Show natürlich spannend, auch für uns. Das habe ich so nicht erwartet, es hat mich überrascht. Wir raten intern genauso viel wie die Zuschauer. Es ist wirklich krass, wie geheim alles ist.
Sind Sie jetzt auch in Quarantäne?Kelly: Ich würde schon sagen, dass wir als Familie vorsichtshalber in einer Art Quarantäne sind. Wir haben das Glück, dass wir in einem Landhaus leben mit einem großen Grundstück, einem Wald und einem Fluss. Das heißt, wir können uns ein bisschen bewegen. Wir sind auch sehr autark und hatten im Übrigen immer schon Essensvorräte hier. Deshalb verstehe ich die aktuelle Vorräte-Panik auch nicht so ganz. Wir hatten auch vor Corona immer schon etwas zuhause, einfach für Momente, in denen als Musiker vielleicht mal kein Geld reinkommt. Das gab es bei uns immer. Was wir nicht vorrätig haben und auch nicht haben werden, ist Klopapier. Das kann ich auch nicht verstehen. Aber gut, wir haben hier einen Wald und schlimmsten Fall Blätter, vielleicht kommt es auch daher. (lacht)