Wird Thomas Gottschalk heute zu wenig gewürdigt?

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Wird Thomas Gottschalk heute zu wenig gewürdigt?

Stars (2 / 1) 17.03.2021 00:33 / Julia Symbolbild Ulli Wenger


Wenger: Weil er sich nie hat verbiegen lassen, er war im besten Sinne auch unberechenbar. Das hat doch den Reiz von "Wetten, dass..?" ausgemacht. Du wusstest zwar, dass Weltstars dort auftreten, aber nie, was genau passiert. Ob sich ein Baggerfahrer blamiert oder eine Sängerin entblößt, welche Wette gelingt oder wie lange ein Hollywood-Star es auf der Couch aushält. Aber alles undenkbar ohne Gottschalk, den zentralen Zeremonienmeister.

Was steckt hinter den TV-Pleiten der vergangenen Jahre?

Wenger: Gottschalk war "Wetten, dass..?" und umgekehrt. Da passte einfach alles. Auch Günther Jauch hat sich mal gefragt, warum die Sendungen seines Freundes außerhalb von "Wetten, dass..?" nicht gleichermaßen funktionieren. Jauchs Fazit: "Er braucht das Fluidum dieser großen Live-Shows".

Warum haben Sie das Kapitel "Die Tragödie des Samuel Koch" mit in Ihr Buch aufgenommen?

Wenger: Weil es der Wendepunkt in Gottschalks Leben war. Thomas macht sich bis heute Vorwürfe, dass er den jungen Leistungsturner nicht von seiner Wette abgehalten hat: "Sein Ehrgeiz war größer als meine Bedenken". Er hat die Show damals unterbrochen mit dem Satz "Sie sehen mich am Ende meiner Kunst". In diesem Moment war klar: Das ist auch das Ende "seiner" Show. Umso mehr freue ich mich auf das einmalige Revival am 7. November in Offenburg - sofern Corona das erlaubt.

Sie erzählen auch von Thomas Gottschalks neuer Liebe. Wie sehr hat Sie die Trennung überrascht?

Wenger: Ich fiel aus allen Wolken. Ich dachte wirklich, Thea und er machen's wie Queen Elizabeth und Prinz Philip und feiern nicht nur die Goldene, sondern auch noch die Gnadenhochzeit.

Was verbindet Sie persönlich mit Karina Mroß?

Wenger: Karina lernte ich 1987 während meines Volontariats beim damaligen Südwestfunk in Baden-Baden kennen. Eine sehr attraktive Frau, sie arbeitete im Zeitungsarchiv und war die Freundin eines Mit-Volontärs. Wir beide verstanden uns auf Anhieb gut, deshalb war ich oft und gerne bei ihr, wenn ich für meine Radiobeiträge etwas zu recherchieren hatte.

Was ist Ihre persönliche Lieblingsanekdote und warum?

Wenger: Eine schwierige Frage. Es sind schließlich 37 Anekdoten und in jeder einzelnen steckt ganz viel Herzblut drin. Ich entscheide mich für das Kapitel über den Münchner Starkoch Alfons Schuhbeck. Mit ihm hat Gottschalk schon sehr früh im Radio gekocht ("Der wollte immer mit dem Geweih umrühren!"), außerdem haben sie mit Arnold Schwarzenegger gemeinsam im Fitnessstudio geschwitzt. Nicht zuletzt sind die beiden TV-Stars auch Mitglieder der sehr exklusiven "Marinekameradschaft Lohengrin".