"Tatort: Leonessa": So wird der neue Odenthal-Stern-Krimi

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"Tatort: Leonessa": So wird der neue Odenthal-Stern-Krimi

Stars (2 / 1) 07.03.2021 00:33 / Peter Symbolbild SWR/Jacqueline Krause-Burberg


Teilweise. Die Grundgeschichte des Krimis ist spannend, kommt aber nur schwer ins Rollen und nimmt erst gegen Ende wirklich Fahrt auf. Zu klischeehaft wirken auch die Teenager aus dem Problemviertel, die sich im Park treffen und zu Hause eine Flasche Vodka kippen. Alkohol, Party und Sex bestimmen ihr Leben, während die Eltern mit Aggressionen und ebenfalls Alkoholproblemen zu kämpfen haben. Doch nicht nur die Figuren wirken etwas überzeichnet, auch die Dialoge zwischen Samir und seinem Bruder (Walid Al-Atiyat, 24) bedienen zu viele Vorurteile: "Du sagt deinem eigenen Bruder ins Gesicht, dass er lügt?" - das Ganze auf Arabisch.

Besonderes Lob verdienen hingegen die Ideen des Kamerateams: Einschübe in Schwarz-Weiß, Rückblenden und ein dunkles Farbkonzept unterstreichen die düstere Stimmung des Krimis perfekt. Großartig ist auch die schauspielerische Leistung von Michelangelo Fortuzzi, der die Rolle des Leon Grimminger verkörpert. Mit fettigen Haaren, blasser Haut und Kopfhörern im Ohr strahlt er eine Hoffnungslosigkeit und Trauer aus, die fast greifbar ist.

Auch das Zusammenspiel von Lena Odenthal und Johanna Stern ist schön anzusehen und bildet einen interessanten Kontrast zum restlichen Geschehen. Während Odenthal das Gute in den Jugendlichen sieht und sie zur Vernunft bringen möchte, bildet Stern den unterkühlten und verständnislosen Gegenpol. Die "Good cop, bad cop"-Taktik lässt grüßen. Am Ende können sich die Zuschauer auf einen spannenden Showdown freuen, welcher nicht nur bei Odenthal für Tränen sorgen könnte...