In einer bekannten Sendung im russischen Staatsfernsehen sagte Generaloberst Andrei Kartapolow (59), der auch im russischen Parlament sitzt: "Es ist klar, dass die Wagner-Gruppe nach Belarus gegangen ist, um die belarussischen Streitkräfte zu trainieren. Aber sie tun nicht nur das." Kartapolow deutete an, dass der Suwalki-Korridor ein potenzielles Ziel sei und sagte: "Im Ernstfall bräuchten wir dringend eine Streitmacht, um diesen elenden Korridor binnen Stunden einzunehmen."
Militärexperte Thomas C. Theiner äußerte jedoch Zweifel. Er machte einen scherzhaften Kommentar auf Twitter und meinte, dass die russischen Kämpfer gegen polnische und amerikanische Divisionen "etwa vier Minuten durchhalten" würden. Unterdessen wird berichtet, dass ein großer Konvoi der "Wagner"-Gruppe mit mindestens 60 Fahrzeugen die Grenze nach Belarus überquert hat. Die ukrainische Oppositionsmedien behaupten, dass 240 "Wagner"-Mitglieder mit 40 Lastwagen und einer großen Menge an Waffen in der zentral-belarussischen Stadt Assipowitschy angekommen seien. Es kursiert auch Videomaterial im Netz, das angeblich von russischen Kriegspropagandisten veröffentlicht wurde und "Wagner"-Fahrzeuge auf dem Weg nach Belarus zeigt. Die genaue Anzahl der Konvois ist jedoch unklar.