Gemäß den Beobachtungen der Forschenden steht diese Unterwelt, die als Lyobaa bekannt ist, in Verbindung mit der Zeit, als an der Stelle, wo sich heute die Kirche befindet, ein gigantischer Tempel stand. Dieser wurde als "Ort der Ruhe" bezeichnet und diente als bedeutendstes religiöses Zentrum bis zur Eroberung durch die Azteken und der nachfolgenden Kolonialisierung durch die Spanier. Die Azteken verwendeten Steine des alten Tempels für den Bau ihrer Kirche. Marco Vigato, Gründer des ARX-Forschungsprojekts, bestätigt, dass die neu entdeckten Kammern und Tunnel direkt mit den alten zapotekischen Glaubensvorstellungen und dem Konzept der Unterwelt in Verbindung stehen. Dieser Fund belegt die Wahrheit der kolonialen Berichte, die von aufwendigen Ritualen und Zeremonien in den unterirdischen Kammern von Mitla berichten, die mit der Verehrung der Toten und Ahnen verbunden waren. Dieser archäologische Fortschritt ist äußerst bedeutsam für Spezialisten des präkolumbischen Amerikas, er erfordert jedoch weitere Ausgrabungen. Archäologe José Luis Punzo Díaz betont: "Die geophysikalischen Daten sind zwar interessant, aber es ist immer wichtig, sie vor Ort zu überprüfen."