Zusätzlich werden 35.000 Bundeswehrsoldaten im Rahmen einer neuen Streitkräftestruktur in hohe Einsatzbereitschaft versetzt, um innerhalb von 48 bis 72 Stunden dorthin verlegt zu werden, wo sie jeweils benötigt werden. Deutschland wird auch eine Brigade, also 4.000 Soldaten, dauerhaft in Litauen stationieren. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, dass Deutschland im Falle eines Angriffs schnell und zuverlässig reagieren kann. Das Zwei-Prozent-Ziel bleibt ein großes Thema in der NATO. Neben anderen Bündnispartnern soll auch die Bundesrepublik zwei Prozent der eigenen Wirtschaftsleistung für Verteidigung ausgeben. Mit 1,57 Prozent liegt Deutschland in diesem Jahr noch deutlich darunter. In der gemeinsamen Erklärung heißt es: "Im Einklang mit unseren Verpflichtungen nach Artikel drei des Vertrags von Washington verpflichten wir uns dauerhaft, jährlich mindestens zwei Prozent unseres Bruttoinlandsprodukts in Verteidigung zu investieren." Deutschland plant, die zwei Prozent bereits im kommenden Jahr mit Hilfe eines Sonderfonds zu erreichen. Eine dauerhafte Lösung gibt es jedoch noch nicht.
Die Nato plant auch den Schutz vor Sabotageakten gegen Unterwasserleitungen, sei es Gas oder Telekommunikation, mit Hilfe eines neuen Beobachtungszentrums beim Marinekommando im britischen Northwood. Darüber hinaus plant das Bündnis, mehr so genannte schwere Kräfte aufzustellen, die in der Lage sind, auch heftige Gefechte durchzustehen. Das bedeutet mehr Artilleriesysteme mit großer Reichweite und Raketen sowie den Ausbau der Flugabwehrsysteme zum Schutz vor feindlichen Angriffen. Insgesamt handelt es sich um eine Aktualisierung der Verteidigungsstrategie der NATO, die sich vor allem auf die Bedrohung durch Russland konzentriert. Die Maßnahmen haben auch Auswirkungen auf Deutschland, das eine Schlüsselrolle als logistische Drehscheibe einnimmt und seine Verteidigungsausgaben erhöhen wird, um das Zwei-Prozent-Ziel zu erreichen. Die NATO plant auch den Schutz vor Sabotageakten gegen Unterwasserleitungen und den Aufbau schwerer Kräfte, um auf eine mögliche Bedrohung schnell und effektiv reagieren zu können.