Vor dem Dorf Robotyne haben die Russen die Baumreihen, die die Felder begrenzen, befestigt. Dort fanden heftige Gefechte statt, bei denen es den Ukrainern gelang, die Hauptverteidigungslinie anzugreifen und Teile davon einzunehmen. Die Soldaten aus Kiew versuchen nun, auf den Feldern östlich des Ortes vorzurücken, um Robotyne von der Seite anzugreifen. Dieser Vormarsch kann als Erfolg betrachtet werden, insbesondere wenn es ihnen gelingt, einen Eckpfeiler der Verteidigungslinie zu durchbrechen. Doch dieser Erfolg hat einen hohen Preis. In unmittelbarer Nähe erlitten die Ukrainer zu Beginn der Offensive eine schwere Niederlage, als Leopard-Kampfpanzer und Bradley-Schützenpanzer in Minenfeldern zerstört wurden. Die Verluste bei den Kämpfen um Robotyne scheinen ebenfalls erheblich zu sein, aber diesmal haben die ukrainischen Kämpfer auch einen Erfolg erzielt. Es wird sich in den kommenden Tagen zeigen, ob es ihnen gelingt, die russischen Truppen aus Robotyne zu vertreiben.
Die Position ist günstig, aber die ukrainischen Truppen müssen Nachschub und Verstärkung über eine relativ lange Strecke von fast zehn Kilometern heranschaffen, während sie von den Russen unter Beschuss genommen werden. Die Russen ihrerseits werden versuchen, den Einbruch in ihre Stellungen mit massiver Feuerkraft zu bekämpfen, ähnlich wie in der vergangenen Woche. Die Ukrainer standen kurz davor, den Ort Klischtschijiwka südlich von Bachmut zu befreien. Sie hatten bereits Stellungen im Grabensystem oberhalb des Ortes eingenommen. Doch dem anhaltenden Bombardement der Russen konnten sie nicht standhalten und mussten ihre hart erkämpfte Position aufgeben. Die Schlacht von Robotyne wirft auch einen Schatten auf den NATO-Gipfel in Vilnius. Kiew ist entschlossen, an der Front einen Sieg zu erringen, während die Russen genauso entschlossen sind, der Ukraine einen Triumph zu verwehren.