Nun, nachdem Russland seinen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gestartet hat, verstricken sich seine Propagandisten immer weiter in diese Erzählung und drohen dabei sogar mit einem Dritten Weltkrieg. Dies tat auch die russische "Journalistin" und Propagandistin Margarita Simonowna Simonjan erneut. In einer Ansprache in ihrem Sender sagte sie: "Sie werden nicht eher aufhören, bis sie mit der unmittelbaren und unmissverständlichen Drohung konfrontiert werden, ihre Städte zu zerstören." Russland behauptet gerne, man kämpfe gegen die NATO. Weiter heißt es: "Sie scheren sich nicht um unsere Städte. Sie scheren sich nicht um ukrainische Städte. Solange sie nicht sehen, wie der Big Ben brennt oder der Eiffelturm oder die National Gallery in Washington D.C. oder besser gesagt, bis sie erkennen, dass diese Orte morgen in Flammen stehen könnten." Ein Krieg mit der NATO wäre de facto ein Weltkrieg. Das Verteidigungsbündnis umfasst 31 Staaten, die sich nahezu über den gesamten Globus erstrecken. Simonjan sagte zudem, dass es nur so enden könne.
Die falsche Behauptung, Russland kämpfe in der Ukraine in Wirklichkeit gegen den Westen, gewinnt besonders an Fahrt, wenn sich die Ukraine in einer Gegenoffensive befindet und Russland in die Enge getrieben wird. Kremlnahe Kommentatoren verbreiten dieses Narrativ vor allem dann, wenn die angegriffene Ukraine militärische Unterstützung von ihren westlichen Partnern erhält oder Russland in den vorübergehend besetzten Gebieten der Ukraine an Boden verliert. Gegenwärtig ist Russland besorgt, da ukrainische Streitkräfte Geländegewinne erzielen, wo Ortschaften bereits seit 2014 besetzt waren. Weder die EU, der Westen noch die NATO haben Russland den Krieg erklärt. Die EU, die USA und viele weitere NATO-Mitgliedstaaten unterstützen die Ukraine militärisch, um ihr bei der Abwehr des völkerrechtswidrigen russischen Angriffs zu helfen. Jedoch sind sie nicht an Kampfhandlungen beteiligt.