Der Vorfall, der die Proteste auslöste, ereignete sich, als der Fahrer eines Mietwagens in Nanterre wegen mehrerer Verkehrsverstöße angehalten wurde. Zunächst hieß es, dass das Auto auf zwei Motorradpolizisten zugefahren sei und diese aus Notwehr gehandelt hätten. Ein verifiziertes Video zeigt jedoch eine andere Situation: Ein Polizist richtete seine Waffe auf Höhe der Fahrertür auf das stehende Auto. Die Situation scheint unter Kontrolle zu sein, es gibt keine hektischen Bewegungen. Plötzlich beschleunigt der 17-Jährige am Steuer jedoch und der Polizist feuert aus nächster Nähe auf ihn, tödlich in die Brust. Das Auto prallt nach einigen Metern gegen einen Pfosten. Der Jugendliche starb trotz Wiederbelebungsversuchen der Rettungskräfte. Die Polizei änderte später ihre Version des Vorfalls und erklärte, dass der Jugendliche den Anweisungen der Beamten nicht gefolgt und dann plötzlich beschleunigt habe. Von einer Tötungsabsicht war nun keine Rede mehr. Der 17-Jährige soll wegen früherer Verkehrsdelikte und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte polizeibekannt gewesen sein. Innenminister Darmanin bezeichnete den Tod als "Drama" und wies darauf hin, dass Widerstand gegen die Staatsgewalt in vielen Fällen bereits zum Tod von Polizisten geführt habe.