Im Verfassungsschutzbericht heißt es: "Die Spionageaktivitäten russischer Nachrichtendienste gehen häufig von deren Legalresidenturen aus. Diese sind über das gesamte Bundesgebiet verteilt und befinden sich beispielsweise in offiziellen diplomatischen und konsularischen Vertretungen." Die russischen Spione versuchen, "unter Ausnutzung ihrer diplomatischen Deckung mit verdeckten Methoden, aber auch durch scheinbar harmlose Kontaktpflege, Hintergrundinformationen über deutsche Positionen zu gewinnen, insbesondere in den Bereichen Politik, Militär und Wirtschaft". Aber damit nicht genug. Es gibt auch Operationen, die von den Zentralen der Dienste in Moskau aus oder direkt von dort gesteuert werden. Dazu gehört auch die Einschleusung von reisenden Führungsoffizieren unter falscher Identität. Diese sind seit Beginn des Krieges besonders aktiv und "rücken bei der Informationsbeschaffung immer stärker in den Vordergrund", so der Bericht. Auch Deutsche, die sich längere Zeit in Russland aufhalten, stehen im Visier der Geheimdienste: "Die russischen Nachrichtendienste nutzen dazu die breite Palette der Überwachungsmöglichkeiten Russlands, angefangen von Grenzkontrollen über die Beobachtung von ausländischen Vertretungen bis hin zu Kontrollen in Wirtschaft und Wissenschaft", heißt es im Bericht.