Einer, der sich immer für die Sicherheit der Fahrer eingesetzt hat, ist der ehemalige Radsportler Tony Martin (38), der seine Karriere 2021 beendet hat. Er sagte zu BILD: "Es trifft mich maximal; ich bin unglaublich traurig. Ein solcher Sturz kann passieren, aber man provoziert ihn mit einer so langen und gefährlichen Abfahrt kurz vor dem Ziel." Mäder stürzte am Donnerstag in der Abfahrt vom Albula-Pass zusammen mit dem Amerikaner Magnus Sheffield (21). Sheffield war ansprechbar und erlitt Prellungen und eine Gehirnerschütterung. Mäder musste vor Ort reanimiert werden und wurde anschließend ins Krankenhaus von Chur gebracht. Ralph Denk (50), Teamchef des deutschen Rennstalls Bora-hansgrohe, erklärte gegenüber den Medien: "Der Unfall hat nichts damit zu tun, dass das Ziel kurz danach kam. Der Pass war der erste des Tages. Die Fahrer hinten gehen oft ein größeres Risiko ein als diejenigen, die um den Sieg kämpfen. Und für Gino ging es um nichts mehr, weder in der Tages- noch in der Gesamtwertung. Das macht es noch tragischer."
Martin sagte jedoch auch: "So etwas musste irgendwann passieren. Jeder geht an seine Grenzen und darüber hinaus. Mich wundert es, dass es nicht schon früher passiert ist." Denk fügte hinzu: "Es tut mir leid für das Team, die Familie und alle Beteiligten. Man muss sich jedoch immer wieder bewusst machen, dass Radsport ein gefährlicher Sport ist und in dieser Form gefährlich bleiben wird. Man kann es nie zu 100 Prozent ausschließen. Straßen lassen sich nicht komplett sicher machen." Teamchef Milan Erzen (52) sagte: "Wir sind am Boden zerstört. Sein Talent, sein Engagement und seine Begeisterung waren für uns alle eine Inspiration. Er war nicht nur ein äußerst talentierter Radfahrer, sondern auch abseits des Radsports ein großartiger Mensch." Beileidsbekundungen aus der gesamten Radsport-Welt erreichten die Trauernden innerhalb von Sekunden. Mäders größte Erfolge waren ein Etappensieg beim Giro d'Italia 2021 und der 2. Platz bei der Tour de Romandie 2022. Er galt als wertvoller Helfer der Top-Stars wie Mikel Landa (33). Das Team schließt mit den Worten: "Gino, danke für das Licht, die Freude und das Lachen, das du uns allen gebracht hast. Wir werden dich als Fahrer und als Mensch vermissen."