Auch Margrit Stamm, eine Erziehungswissenschaftlerin, kennt das Problem. In den letzten Jahrzehnten haben sich Windeln stark weiterentwickelt. Sie können mittlerweile "wie normale Unterhosen" getragen werden, erklärt sie gegenüber der "Sonntagszeitung". "Damit werden Kinder an Windeln gewöhnt."
Stamm fährt fort: "Manche Eltern nehmen das hin, weil Windeln eine praktische Entlastung darstellen. Heutzutage wird dies nicht mehr als problematisch angesehen." So ziehen manche Eltern ihren Kindern Windeln an, wenn sie Ausflüge machen oder weil sie länger schlafen möchten. "Das sendet ein völlig falsches Signal aus", betont Stamm.
Die Leidtragenden sind letztendlich die Lehrkräfte. "Es liegt in der Verantwortung der Eltern sicherzustellen, dass ihre schulpflichtigen Kinder keine Windeln mehr tragen", erklärt Dagmar Rösler gegenüber "20 Minuten". Die Entwicklung, dass Elfjährige noch Windeln tragen, sei äußerst besorgniserregend. Lehrpersonen sind nicht dafür da, die Windeln ihrer Schülerinnen und Schüler zu wechseln. Das geht definitiv zu weit.
Das Windelproblem hat mittlerweile bizarre Auswirkungen: In der "Sonntagszeitung" wurde eine Anzeige entdeckt, in der ein berufstätiges Paar eine "Dame" sucht, die bereit ist, ihren fünfjährigen Sohn bei Bedarf zu wickeln.