Noch vor kurzem waren russische Kriegshetzer und Militär-Korrespondenten siegesgewiss. Die ukrainischen Angriffe seien wirkungslos verpufft, während die russischen Truppen wie Löwen kämpften. Doch nach den ersten Tagen der ukrainischen Gegenoffensive ändert sich der Ton der russischen Berichtserstattung nun merklich.
Mit großer Euphorie berichteten die Russen über die Zerstörung des ersten deutschen Leopard-Panzers, zeigten brennende Panzer aus verschiedenen Blickwinkeln und erklärten die Angriffe der Ukrainer als gescheitert. Die russischen Soldaten kämpften angeblich "ruhig und professionell" und schlugen die Angriffe der Ukrainer mit "hohen Verlusten des Feindes" zurück. Doch plötzlich ändert sich der Ton! Bei weiterem Vormarsch droht nun eine "Einkesselung".
Der Propaganda-Kanal "Operazia Z" (1,3 Mio. Abonnenten auf Telegram) berichtet von "schweren Kämpfen und einer schwierigen Lage" an der Saporischschja-Front. "Der Feind ändert seine Offensivtaktik", heißt es dort. "Der Feind hat begonnen, erhebliche Kräfte zu mobilisieren und führt geschicktere Manöver durch..." An einem Frontabschnitt ist es dem Feind gelungen, "durch die bewaldeten Gebiete vorzudringen", was bei einem weiteren Vormarsch eine "Einkesselung" russischer Einheiten zur Folge haben könnte.