Ist Merkel Schuld an der Ukraine-Krise? Die Amtszeit der ehemaligen deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel (68, CDU) wird nicht nur in Deutschland zunehmend kritisch betrachtet, sondern auch im Ausland. Das renommierte US-Magazin "Wall Street Journal" rechnet nun deutlich mit Merkels Russland-Politik ab - hat die Alt-Kanzlerin hier versagt?
Die Analyse kommt zu dem Schluss, dass Merkels Handeln den Weg für den massiven Angriff Putins auf die Ukraine geebnet hat. Dennoch erhielt sie erst im April den höchsten deutschen Orden. Das "Wall Street Journal" führt fünf Fehler an, die Merkel gemacht haben soll:
1. Abhängigkeit von russischem Gas:
Merkel wird als eine der Hauptverantwortlichen für die Abkommen genannt, die Deutschland und seine Nachbarländer von russischen Energieimporten abhängig gemacht haben. Selbst nach der Annexion der Krim durch Russland im Jahr 2014 habe Merkel sich geweigert, den Kauf von russischer Energie zu stoppen. Stattdessen habe sie sich für eine Verdoppelung der Gasimporte aus Russland eingesetzt, insbesondere durch das umstrittene Pipeline-Projekt Nord Stream 2. Zu diesem Zeitpunkt sei Deutschland bereits zu 55 Prozent von Putin abhängig gewesen. Die Merkel-Regierung habe auch den Verkauf der größten deutschen Gasspeicher an den staatlich kontrollierten russischen Gasriesen Gazprom genehmigt.
2. Ausstieg aus der Atomkraft:
Das US-Magazin argumentiert, dass Deutschland aufgrund von Merkels Entscheidung, den Ausstieg aus der Atomkraft nach der Fukushima-Katastrophe zu beschleunigen, überhaupt in die Lage gekommen sei, so viel Energie importieren zu müssen. Die günstigste Option sei dabei der Import aus Russland gewesen.