Joseph Vilsmaier: Darum hat ihn das Publikum so geliebt

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Joseph Vilsmaier: Darum hat ihn das Publikum so geliebt

Stars (1 / 1) 13.02.2021 00:33 / Tim Symbolbild imago/Future Image


Der Regisseur starb mit 81

Ein Urgestein sei er gewesen. Das sagt man gern über einen, der aus Bayern stammt, stets etwas mürrisch in die Welt schaut, aber trotzdem ganz okay ist. Joseph Vilsmaier (1939-2020) bediente dieses Klischee geradezu perfekt. Zu seinem Tod am Dienstag hieß es, der Filmregisseur aus München sei eigenwillig gewesen, aber nicht eigennützig. Großherzig, aber nie großmäulig, was in der Filmbranche ein ziemlich seltenes Alleinstellungsmerkmal sein dürfte.

Sein jüngerer Freund und Kollege Michael "Bully" Herbig (51) postete bei Instagram einige rührende Zeilen: "Joseph, mein lieber Freund, ich werde Dich so sehr vermissen! Dein mitreißendes Lachen, Dein herrliches Schimpfen, Deine einzigartigen Geschichten, Deine schier endlose Energie, Deine Spitzbübigkeit, Dein großes Herz, einfach Alles!" Damit ist alles über die großartige Persönlichkeit Joseph Vilsmaiers gesagt.

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Joseph, mein lieber Freund, ich werde Dich so sehr vermissen! Dein mitreißendes Lachen, Dein herrliches Schimpfen, Deine einzigartigen Geschichten, Deine schier endlose Energie, Deine Spitzbübigkeit, Dein großes Herz, einfach Alles! Dieser Abschied tut unglaublich weh, Dein Bully.

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So entstanden seine Filme

Das Kinopublikum hat ihn und seine gemäldeartigen Filme geliebt. Wie kaum ein anderer verstand er es, "aus dem Bauch heraus", eine Geschichte in ergreifenden Bildern zu erzählen. "Ich kann keine Theorie entwickeln oder danach arbeiten. Ich drehe und montiere so, dass sich bei mir heftige Gefühle entwickeln", so zitierte ihn vor einem Jahr das "Titel Kulturmagazin" anlässlich seines 80. Geburtstags.

Aus dieser Perspektive entstanden die bekannten Vilsmaier-Filme "Herbstmilch" (1988), die verfilmten Lebenserinnerungen der Bäuerin Anna Wimschneider, "Rama dama" (1991, über die Trümmerfrauen nach dem Zweiten Weltkrieg), "Stalingrad" (1993), "Schlafes Bruder" (1995, nach einem Roman von Robert Schneider), "Comedian Harmonists" (1997, über eine deutsch-jüdische Gesangsgruppe während der Nazi-Zeit), "Bergkristall" (2004, nach einer Erzählung von Adalbert Stifter) oder "Nanga Parbat" (2010, ein Himalaya-Drama um den Bergsteiger Reinhold Messner).