"Tatort"-Star Franziska Weisz: "Es ist eine absurde Plastik-Welt"

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"Tatort"-Star Franziska Weisz: "Es ist eine absurde Plastik-Welt"

Stars (2 / 1) 10.02.2021 00:33 / Günter Symbolbild NDR/Christine Schroeder


Geht die zarte Liebesgeschichte zwischen Grosz und Polizistin Tina Geissler, die sich bei "Querschläger" angebahnt hat, weiter?

Weisz: Wer weiß. Ich finde das sehr schön bei "Querschläger", dass das Ganze mit einem Flüstern ins Ohr beendet wird, bei dem wir nicht genau wissen, was Grosz ihrer Kollegin sagt. Das ist auch die Stärke unseres "Tatorts", dass wir nicht so sehr in die privaten Geschichten reingehen, sondern es primär um die Kriminalfälle geht. Diese privaten Geschichten werden immer nur leicht angestupst. In der "Goldenen Zeit" gibt es zum Beispiel die Verbindung mit dem Jungen und Falke trifft auf seinen alten Mentor. Viel mehr Raum nehmen wir uns nicht für das Privatleben unserer Kommissare. Aber es könnte sein, dass dieser Ball nochmal aufgenommen wird.

Sie verdrückten am Ende auch ein paar Tränen. Waren die echt?

Weiz: Ja, auf jeden Fall. Mir wurde noch nie Wasser in die Augen gegossen oder diese anders künstlich zum Weinen gebracht. Schließlich geht es nicht darum, dass eine Figur eine Träne verdrückt. Es soll intensiv sein - dafür braucht es nicht immer Tränen. Aber wenn sie kommen, sind sie richtig. Deswegen fand ich das auch sehr schön, dass Julia Grosz endlich emotional sein darf und das auch zulassen kann. Es waren ihre ersten Tränen im "Tatort". Es stand nicht im Drehbuch. Wir haben uns allerdings darauf geeinigt, dass das der Moment ist, in dem wir Grosz in die Seele schauen können. Nina Spengler ist eine ausgesprochen gute Regisseurin, mit einem herausragenden Gespür für ihre Figuren. Sie hat es geschafft, bei allen Figuren das Innere heraus zu kehren. Man kommt so den Personen ganz nah.

Wann beginnen die Dreharbeiten zum neuen "Tatort"?

Weisz: Die beginnen im April. Gerade sind wir mit den Dreharbeiten auf Norderney fertig geworden. Und ich kann bestätigten, dass mein wahnsinnig mutiger Kollege Wotan Wilke Möhring im November für einen halben Drehtag in die Nordsee gestiegen ist. Ich habe das Drehbuch gelesen und dachte mir: "Um Gottes Willen, das könnt ihr nicht wirklich machen!" Aber er hat es durchgezogen.

Können Sie schon was über die Handlung verraten?

Weisz: Ich habe das Drehbuch noch nicht gelesen. Ich glaube nur, gehört zu haben, dass es diesmal mehr um die Bundespolizei gehen wird. Bisher wurde immer nur nebenbei erwähnt, dass wir von der Bundespolizei sind. Aber viele können sich darunter nicht so viel vorstellen. Und diesmal soll es ein Fall sein, der sich mehr den Strukturen widmet. Ein richtiger Polizeifilm.