Liv Lisa Fries: Deshalb ist sie kein Fan von Social Media

Seite 2 / 2

Liv Lisa Fries: Deshalb ist sie kein Fan von Social Media

Stars (2 / 1) 24.01.2021 00:33 / Günter Symbolbild Frédéric Batier/X Filme Creative Pool GmbH/ARD Degeto Film GmbH/Sky Deutschland/WDR/Beta Film GmbH


Sie standen mit 14 bereits vor der Kamera. Haben Sie das Gefühl, dass Sie dadurch schneller erwachsen geworden sind?

Fries: Ja, das würde ich schon sagen. Einfach, weil ich mich in einem Beruf bewege, in dem unter anderem von mir verlangt wird, dass ich um 8:25 Uhr am Set bin. Auf die Minute ist alles getaktet. Es ist ein System, in dem ich strukturiert und diszipliniert sein muss. Aber auf der anderen Seite habe ich eine riesige Spielwiese. Dort geht es allerdings auch darum, loszulassen. Natürlich gezielt und überlegt. Aber es trägt auf jeden Fall dazu bei, dass man schneller erwachsen wird. Wobei ich eigentlich schon immer recht erwachsen war. Ich war nie wirklich kindisch und habe nie viel im Sandkasten gespielt.

Warum das so ist, weiß ich nicht. Ob das an mir selbst lag oder ein Stückweit an der Gesellschaft? Bis man 10 Jahre alt ist, darf man noch sagen, dass man Astronaut werden möchte. Aber irgendwann soll man konkrete Ziele haben. Das finde ich ein bisschen schade. Das Kindliche steht im Kontrast zur Gesellschaft, der es um Sicherheit geht und darum, etwas zu erreichen. Kindlich meine ich überhaupt nicht negativ und nicht im Sinne von naiv, sondern, dass man einfach ehrlich und authentisch ist und frei sein kann. Das ist es, was ich schön finde. Mich zu besinnen und zu versuchen, weniger auf meinen Verstand als auf mein Herz zu hören.

Sie haben schon in einer amerikanischen Serie mitgespielt. Gibt es eine aktuelle Serie, in der Sie ebenfalls gerne mitspielen würden? Oder auch eine alte, in der Sie gerne dabei gewesen wären?

Fries: Ich drehe schon "Babylon Berlin". Deshalb würde ich eigentlich keine zweite Serie machen wollen. Aber ich finde "Big Little Lies" wahnsinnig gut. Andrea Arnold führte Regie und ich finde, sie ist eine großartige Regisseurin. In Deutschland finde ich "Bad Banks" eine super Serie. Ich bekomme auch viele Serienangebote. Klar, wenn was super Tolles dabei wäre, dann würde ich es vielleicht machen. Aber man muss bedenken, dass in einer Serie viel Lebenszeit steckt. Bei der ersten Staffel "Babylon Berlin" dauerten die Dreharbeiten und Vorbereitungen ein Jahr und bei der zweiten Staffel ein halbes Jahr. Das ist enorm viel Zeit, die man immer investiert. Ich will dazwischen natürlich noch andere Rollen spielen und kleinere Projekte haben, bei denen ich nicht so lange involviert bin.

Welche neuen Projekte stehen bei Ihnen 2020 an?

Fries: Es steht ein bisschen was an. Über was ich bisher wirklich reden kann, ist, dass ich im Frühjahr "Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull" drehe. Detlev Buck führt Regie, Daniel Kehlmann hat das Drehbuch geschrieben. Jannis Niewöhner und David Kross spielen ebenfalls mit. Ansonsten gibt es noch einige Projekte, die aber noch alle koordiniert werden müssen. Mal schauen, ob sie am Ende auch wirklich finanziert werden.