Ist "LAT" der Schlüssel zu einer glücklichen Beziehung?

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Ist "LAT" der Schlüssel zu einer glücklichen Beziehung?

Stars (1 / 1) 21.01.2021 00:33 / Günter Symbolbild DFree/Shutterstock


Gillian Anderson ist Fan davon

US-Schauspielerin Gillian Anderson (51, "Akte X") hat in einem "Times"-Interview erzählt, dass sie nicht mit ihrem Partner Peter Morgan (56) zusammenlebt: "Wenn wir es täten, wäre das unser Ende." Ist das Beziehungsmodell "Living Apart Together", kurz "LAT", wirklich der Schlüssel zu einer glücklichen Beziehung? Diplom-Psychologin Dr. Eva Wlodarek, bekannt durch den YouTube-Kanal "Dr. Wlodarek Lifecoaching", erklärt im Interview mit spot on news die Vor- und Nachteile einer Liebesbeziehung mit getrennten Wohnungen.

Was ist das Gute an getrennten Wohnungen und wo liegen die Nachteile?

Eva Wlodarek: Das große Plus bei getrennten Wohnungen ist mehr Freiheit, man muss weniger Kompromisse machen. "Eulen" können bis Mitternacht Krimis lesen, "Lerchen" können frühmorgens beim Zähneputzen Radio hören. Außerdem gibt es weniger Konfliktpotenzial zwischen Lässigen und Ordnungsfanatikern, der Streit um herumliegende Socken und Haare im Waschbecken entfällt. "LAT" ist auch gut für die Stimmung: Wer schlechte Laune hat oder erschöpft ist, zieht sich einfach in die eigenen vier Wände zurück. Last but not least kann jeder in puncto Einrichtung seinen bevorzugten Stil pflegen, ob Minimalismus oder üppige Dekoration.

Ein großer Nachteil ist die fehlende Spontaneität. Mal eben ein zärtlicher Kuss oder eine Umarmung sind nicht möglich. Während man sich in einer gemeinsamen Wohnung erzählen kann, was einem gerade einfällt, wird man beim "LAT" deswegen kaum zum Handy greifen. Auch wohltuende Routine gibt es nicht, etwa abends gemeinsam die "Tagesschau" zu sehen. Jedes Treffen muss verabredet werden. Wenn beide beruflich viel zu tun haben, droht eventuell Entfremdung.

Wie wirkt sich eine "LAT"-Beziehung auf die Sexualität des Paares aus?

Wlodarek: Es ist ganz normal, dass bei einer längeren Beziehung die Liebe in ein ruhiges Fahrwasser gerät. Dafür sorgt die Gewohnheit, verbunden mit der Ausschüttung des "Kuschelhormons" Oxytozin. Bei getrennten Wohnungen verlangsamt sich dieser Prozess, die erotische Spannung bleibt länger erhalten. Schließlich verabredet man sich zum Sex wie in Zeiten der Verliebtheit.