Eigentlich verstößt der Einsatz der Straftäter sogar gegen die in Russland geltenden Gesetze. Denn das Söldnertum ist in Russland offiziell verboten und eine Entlassung von verurteilten Straftätern ist nach russischen Gesetzen nur durch Gerichtsentscheidungen oder eine Amnestie möglich. Angesichts des desaströsen Verlaufs der Invasion in der Ukraine scheint dies Wladimir Putin und den Machthabern im Kreml mittlerweile ziemlich egal zu sein. Die Entlassung der Kriminellen aus den Gefängnissen macht vor allem die Angehörigen von deren Opfer wütend, bestätigt Olga Romanowa. Die sehen nämlich nun, wie zum Beispiel zu langjährigen Haftstrafen verurteilte Mörder aus dem Gefängnis kommen. An der Front in der Ukraine angekommen, werden diese Männer dann meist als Kanonenfutter verwendet. Weil bereits Tausende von ihnen gefallen sind, entscheiden immer mehr der Kriminellen Fluchtversuche von der Front zu unternehmen. Diese Männer versuchen dann zum Teil bewaffnet zurück über die russische Grenze zu kommen. Aus diesem Grund werden solche Fluchtversuche häufig mit Hinrichtung bestraft. Trotzdem sind die Haftlager in Russland noch immer voll, weil dort nun auch verschleppte Ukrainer und Kriegsgefangene untergebracht werden.