Droht Deutschland im Winter nun doch ein Strom-Engpass? Allem Anschein nach wächst bei den Menschen die Sorge, dass sich der deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck (53, Grüne) vielleicht verrechnet haben könnte. In den letzten Tagen war ein internes vertrauliches Papier aufgetaucht, wegen dem Baden-Württembergs Umweltministerin vor möglichen, sogenannten “Brownouts“ warnte. Dabei handelt es sich um temporäre Abschaltungen der Stromversorgung in Stadtvierteln oder Betrieben mit besonders hohem Energieverbrauch in einem Zeitraum von bis zu 90 Minuten, um den Rest des Stromnetzes zu stabilisieren. Müssen wir uns doch auf einen schwierigen Winter vorbereiten?
Verantwortlich für die aktuelle Situation soll eine Energieflaute in Frankreich sein. Unser Nachbarland hat wegen Wartungsarbeiten im Augenblick nur 32 von eigentlich 56 Kernkraftwerken am Netz, die im Moment lediglich 32,8 Gigawatt Strom produzieren. Bis weitere Kernkraftwerke ans Netz gehen, wird es laut Mitteilung des nationalen Stromnetzbetreibers RTE und des französischen Energiekonzerns ETF wegen der Wartungs- und Reparaturarbeiten an zahlreichen Kernkraftwerken wohl deutlich länger als erwartet dauern. Demnach werden die Franzosen also noch länger nicht die volle Leistung ihres Stromnetzes abrufen können. Im Augenblick versucht Frankreich die gesunkene Stromproduktion in den Kernkraftwerken mit einer erhöhten Produktion von Strom aus Gaskraftwerken auszugleichen. Doch durch diese Maßnahme steige der Gasverbrauch zur Stromerzeugung auch in Deutschland, weil Frankreich einen Teil seines notwendigen Stroms aus den Nachbarländern importiert.