Angriff auf Polen - Wie kann die NATO jetzt reagieren? Gibt es wirklich einen Krieg?

Seite 1 von 2

News (1 / 1) 16.11.2022 06:16 Symbolbild imago


Steht die Welt am Rande des nächsten Weltkriegs? Am Dienstagabend sollen russische Raketen auf polnischem Staatsgebiet eingeschlagen sein. Dabei sollen nach ersten Erkenntnissen mindestens 2 Menschen gestorben sein, wie die Nachrichtenagentur “Associated Press“ unter Berufung auf hochrangige Beamte des US-Geheimdienstes berichtet. Die wichtigste Frage jetzt lautet aber - wie kann die NATO angemessen reagieren OHNE einen Krieg auszulösen? Lesen Sie hier die Möglichkeiten:

Russische Raketen treffen polnische Ortschaft - Wie geht es jetzt weiter?

Noch stellt sich jedoch die Frage, ob es sich bei der Attacke um einen gezielten Angriff der Russen auf Polen handelt. Handelt es sich dabei um eine gezielte Provokation oder einen Test der Russen, um die Bereitschaft der Nato auf die Probe zu stellen? Zudem könnte es natürlich auch sein, dass es sich bei den Raketen um Irrläufer gehandelt hatte, die eigentlich die Ukraine treffen sollten und irrtümlich auf polnischem Gebiet eingeschlagen sind. Ein erstes Statement kam vom lettischen Verteidigungsminister Artis Pabriks, der dem Nachbarland Polen sein Beileid für den Angriff ausgesprochen hatte und den russischen Angriff auf Polen schärfstens verurteilt hatte. Also scheint man in Lettland von einem vorsätzlichen Angriff der Russen auszugehen. Dies stellt nun die Frage, ob der Vorfall Artikel 5 das NATO-Vertrags auslöst, dass die Mitgliedstaaten der NATO dazu verpflichtet ihrem angegriffenen Mitglied beizustehen. Doch offenbar müssen hierzu erst noch weitere Untersuchungen geführt werden. Nach Meinung von Nico Lange, der bis 2021 Leiter des Leistungsstabs des Bundesverteidigungsministeriums war, ist mit diesem Angriff Artikel 4 des NATO-Vertrags ausgelöst worden. Dies bedeutet, das Beratungen über die Sicherheit des Bündnisgebiets stattfinden werden.

Hintergründe des Vorfalls müssen geklärt werden

Lange vermutet, dass das westliche Bündnis nun klären werde, ob es sich um russische Raketen, Trümmerteile russischer Geschosse handelt oder ob der Einschlag möglicherweise durch Teile von ukrainischen Flugabwehrraketen verursacht wurde. Diese Untersuchungen werden nach Einschätzung des Militärexperten nicht lange dauern. “Die NATO verfügt über sehr gute Aufklärungssysteme und wird den Vorfall vermutlich schnell klären. Allerdings glaubt der Experte auch, dass dieser Vorfall von Seiten der NATO nicht ohne Antwort bleiben wird. Lange vermutet, dass die NATO die Luftabwehr in der Ukraine verstärken und der Ukraine weitere Waffen liefern wird. Dies könnte auch die Lieferung von Präzisionswaffen mit hoher Reichweite umfassen, die man der Ukraine bisher verwehrt habe. Am Dienstag hat der Russland zahlreiche ukrainische Städte mit Raketen angegriffen. Die Angriffe galten vorwiegend der Infrastruktur für Energie im Land. Ziel ist es offenbar, dass die ukrainische Bevölkerung im Winter ohne Strom, Wasser und Heizung auskommen soll. Deshalb forderte Militärexperte Lange, dass die westlichen Staaten der Ukraine dabei helfen müssen, die Strom und Wasserleitungen zu reparieren und die ukrainische Zivilbevölkerung widerstandsfähig für den Winter zu machen. Zudem warnte Lange davor, dass falls die NATO diesen Vorfall unbeantwortet lasse, dies von Putin als Schwäche ausgelegt werden würde.