Deutsch Gasspeicher über 100% gefüllt! Gute Nachricht für den Winter - fallen jetzt die Preise?

Seite 1 von 2

News (1 / 1) 16.11.2022 06:14 Symbolbild imago


Dieser Wert hört sich im ersten Moment kurios an und ist eine gute Nachricht für deutsche Unternehmen und Haushalte. Wie jetzt bestätigt wird ist der Füllstand der deutschen Gasspeicher auf über 100 Prozent angestiegen. Aber - wie geht das überhaupt? Können wir Putins teuflischen Plan wirklich austricksen? Hier die aktuelle Lage:

Gasspeicher in Deutschland prallvoll gefüllt

Wie jetzt bekannt wird, soll der Füllstand der Erdgasspeicher in Deutschland am Dienstag auf einen Wert von über 100 Prozent angestiegen sein. Dies jedenfalls bestätigen die Daten des Europäischen Gasspeicherverbandes GIE. Am Montagmorgen waren in den Gasspeichern 255,44 Terawattstunden Erdgas registriert worden. Dies entspricht einer Kapazität von 100,02 Prozent. Alle in Deutschland vorhandenen Speicher haben ein Arbeitsgasvolumen von insgesamt 245,39 Terawattstunden. Ein Speicherstand von über 100 Prozent wirkt kurios, ist aber technisch erklärbar. “Das von dem Gas speicherbetreibern ausgewiesenen Arbeitsgasvolumen bezieht sich auf die gesicherte Kapazität“, verdeutlicht der Chef der Bundesnetzagentur, Klaus Müller. Doch die tatsächlichen physikalischen Möglichkeiten der Speicher liegen ein wenig höher, so dass sogar ein wenig mehr Gas eingespeichert werden kann.

Randvolle Gasspeicher stellen kein Problem dar

Für die Stabilität des Gasnetzes ist die Füllmenge von über 100 Prozent kein Problem. Es könne dann aber passieren, dass an einzelnen Tagen mehr Gas nach Deutschland fließt, als man tatsächlich verbraucht. Allerdings sei das Gasnetz im Gegensatz zum Stromnetz speicherfähig, weil man Gas kompressieren kann. Im Gasnetz kann auch eine erhöhte Gasmenge gespeichert werden, wenn man den Leitungsdruck ein wenig erhöht. Auch in der gesamten EU waren die Speicher am Montagmorgen mit 95,6% sehr gut gefüllt. Den höchsten Gasstand in den europäischen Ländern weist aktuell Belgien mit einem Wert von 118,2% auf. Die Speicher werden dazu genutzt, Schwankungen beim Gasverbrauch auszugleichen und so ein Puffersystem für den Markt zu bilden. In normalen Jahren sind die Speicher am Beginn der Heizperiode im Herbst gut gefüllt und leeren sich dann im Verlauf des Winters, wo in Deutschland mehr geheizt wird. Geplant sei es, dass sie Speicher im Februar nach Vorgabe des Energiewirtschaftsgesetzes noch zu 40% gefüllt sein sollen.