Durch den Gasstopp aus Russland droht ein kalter Winter. Doch es gibt auch weitere Probleme.Zahlreiche Bundesbürger sollen jetzt ihre Öfen aus ihren Wohnungen ausbauen. Denn diese weisen einen zu hohen Schadstoffausstoß auf. Durch die aktuelle Lage jedoch, gibt es weder Experten noch Material um diese notwendigen Arbeiten zurzeit durchzuführen. In der Branche sind im Augenblick Lieferzeiten zwischen einem halben und einem ganzen Jahr für neue Öfen und Materialien keine Seltenheit.
Im konkreten Fall haben Rentnerin Annelore Klotz und ihr Mann Jürgen eine Ölheizung, die ihr 130-Quadratmeter-Einfamilienhaus beheizt. Außerdem besitzt das Paar einen nordischen Holzofen aus dem Jahr 1983 im Wohnzimmer. Mit diesem Ofen konnte das Paar es sich nicht nur im Winter kuscheliger machen, sondern gleichzeitig Heizöl sparen. Doch jetzt fordert das Landratsamt Marburg-Biedenkopf, dass das Ehepaar den Ofen außer Betrieb nimmt. Dieser dürfe nur weiter betrieben werden, wenn er den festgelegten Staubgrenzwert von 0,15g/m3 einhält und auch unter dem Kohlenmonoxidausstoß von 4g/m3 bleibt. Doch genau hier liegt das Problem. Zwar weiß Familie Klotz seit Jahren Bescheid, doch die Ereignisse der letzten Zeit wie die Corona-Krise, der Ukraine-Krieg und die Energiekrise machen es nun praktisch unmöglich einen Filter zu kaufen. Außerdem sei der Ofen lange nicht genutzt worden. Deshalb hofft die Rentnerin nun auf eine Ausnahmeregelung des Hessischen Ministeriums für Umweltschutz. In anderen Bundesländern sei diese Verordnung bereits außer Kraft gesetzt worden. In Hessen ist dies aber bisher nicht der Fall. In Hessen seien offenbar auch keine Ausnahmeregelungen geplant, bestätigt Jana Kinne, die stellvertretende Pressesprecherin des hessischen Umweltministeriums.