Putin besticht Politiker mit 300 Mio. Euro - ist auch Deutschland betroffen?

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News (1 / 1) 15.09.2022 06:28 Symbolbild imago


Laut einem Bericht des US-Geheimdienstes soll die russische Regierung mehrere Millionen Euro an Politiker im Ausland gezahlt haben. Mit diesem Geld sollten die Wahlen in verschiedenen Ländern beeinflusst und die Demokratie zerstört werden. Offenbar wird der Kreml auch in Zukunft auf diese Taktik zurückgreifen. Schon seit Jahren steht die russische Regierung unter dem Verdacht auf diese Weise vorzugehen. Insgesamt sollen aus Russland seit dem Jahr 2014 über 300 Millionen Dollar an ausländische Politiker geflossen sein. Zu diesem Ergebnis kommt ein Geheimdienstbericht, der nun teilweise veröffentlicht wird um das Vorgehen Russlands aufzudecken. Ist auch Deutschland betroffen?

Russland investiert Millionen in Wahleinmischung

In welchen Ländern genau sich die russische Regierung engagiert hat, wird nicht genannt. Nach einem Bericht der amerikanischen Tageszeitung “Washington Post“ könnte dieses Geld in Länder wie Albanien, Montenegro, Madagaskar und auch Ecuador geflossen sein. Außerdem soll die russische Regierung einem Kandidaten für das Präsidentschaftsamt Millionen Dollar in Bargeld gezahlt haben. Um diese Geldsummen zu verteilen waren Briefkastenfirmen, Denkfabriken und Kryptowährungen benutzt worden. Zudem sollen auch rechtsextreme Gruppierungen Hilfe aus Russland erhalten haben. Nach Angaben der US-Regierung werde man die betroffenen Länder nun informieren, um aufzuzeigen, wie Russland gezielt versucht hat demokratische Prozesse zu untergraben.

Russland hat sich auch in US-Wahl geingemischt

Schon seit Jahren hält sich das Gerücht, dass sich Russland in den vergangenen Jahren immer wieder auch in die amerikanischen Wahlen eingemischt habe. Sowohl bei den Wahl im Jahr 2020 als auch bei der Wahl im Jahr 2016 habe man von russischer Seite versucht das Wahlergebnis zu manipulieren. Bei den Wahlen 2020 war gezielt Desinformation über den demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden gestreut worden. Bei der Wahl im Jahr 2016 hingegen, sollen russische Hacker direkt versucht haben, die Wahlinfrastruktur der USA zu untergraben. Zudem soll Russland sich damals für einen Sieg des Kandidaten Donald Trump eingesetzt haben, um die politischen Ambitionen von Demokratin Hillary Clinton auszubremsen. Nach bisherigen Ermittlungsergebnissen soll in dieses Komplott unter anderem Jewgeni Prigoschin, der in der Szene der Geheimdienste auch als Putins Koch bekannt ist, und der russische Duma Abgeordnete Alexander Babakow verwickelt gewesen sein. Die beiden Verdächtigen wurden mittlerweile angeklagt und werden vom FBI gesucht. Zudem soll Babakow auch eine rechtsextreme Partei in Frankreich finanziert haben.

Experten sicher: Bisher ist nur die Spitze des Eisberges bekannt

In Geheimdienstkreisen wird damit gerechnet, dass die bisher entdeckten Fälle lediglich die Spitze des Eisbergs sind. Es wird damit gerechnet, dass Russland in den nächsten Monaten vor allem in Mittel- und Südamerika, dem Nahen Osten und Asien, sowie in Afrika aktiv werden wird und dort verdeckte politische Finanzierung leisten wird. Dies werde vor dem Hintergrund geschehen, dass Russland versucht Druck auszuüben, um die internationalen Sanktionen im Zuge des Ukraine-Kriegs untergraben zu können. Schon jetzt vermuten die Geheimdienstler, dass Russland in viel mehr Ländern involviert war, als bis jetzt bekannt wurde. Man darf gespannt sein, welche Erkenntnisse zukünftig noch ans Licht der Öffentlichkeit gelangen.